Martin Richards

Martin Richards
Martin ist Senior Director für Energiesektor-Lösungen bei OpenText. Er arbeitet seit mehr als 20 Jahren mit ECM-Technologie und entwickelt professionelle Lösungen und Services für die Energiebranche und die Maschinenbauindustrie.

Warum IT-Manager europäischer Energieversorger bereits heute von der digitalen Transformation profitieren – und das ist nur der Anfang

digitale Transformation

Der Klimawandel und die damit verbundene Nachfrage nach alternativen Energiekonzepten treibt auch die technologische Entwicklung im Energiesektor voran. 45 Millionen Elektroautos würde das deutsche Stromnetz verkraften, erklärt das Wissenschaftsmagazin Spektrum, weil „die Millionen ans Netz angeschlossenen Batterien durch intelligente Steuerung Leistungs- und Nachfrageschwankungen im Netz abpuffern könnten“. Die intelligente Steuerung, Smart Grid, gehört zu den wichtigsten Herausforderungen für das Stromnetz der Zukunft. Ein „Smart Grid ist ein normales Stromnetz, das ausgerüstet mit digitalen Mess-, Kommunikations- und Regelungsinstrumenten sowohl das Netz selbst als auch die beteiligten Interessengruppen intelligenter macht“. So sollen beispielsweise neue Endgeräte wie intelligente Stromzähler (Smart Meter) Anlagen in Echtzeit steuern und eine bedarfsoptimierte Stromerzeugung und -verteilung sicherstellen. Die Voraussetzung dafür ist die Digitalisierung aller Beteiligten. Dass die Energieversorger sich bereits auf einem guten Weg zum Smart Grid befinden, zeigt eine neue Studie von IDG und OpenText. So haben sich schon über 90 Prozent aller Energieunternehmen aus Großbritannien und der nordischen Region (Finnland, Norwegen, Schweden) ein Programm zur digitalen Transformation verordnet. Diese Unternehmen erkennen bereits, welche erheblichen Vorteile ihnen die Digitalisierung verschafft. Doch IT-Leiter in Energiefirmen sind sicher: „Da steckt noch mehr Potenzial.“ Instabile Preise sorgen für Konzentration auf betriebliche Effizienz Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass sich die Preisgestaltung in zweifacher Hinsicht auf Energieunternehmen auswirkt. Zum einen haben Energieversorger Schwierigkeiten Angebot und Nachfrage aufgrund der schwankenden Ölpreise angemessen auszutarieren. Wie es ein IT-Leiter aus Großbritannien formuliert: „Ein Großteil der Branche konzentriert sich auf die volatilen Ölpreise und deren Auswirkung auf die Kapitaleffizienz.“ Ein IT-Manager aus Finnland erläutert die Nachteile unbeständiger Preise: „Um in einem extrem umkämpften Markt zu bestehen, müssen wir unsere Preise ständig senken … Als kundenorientiertes Unternehmen müssen wir zudem beträchtliche Investitionen im Bereich Kundenzufriedenheit tätigen, was uns zusätzlich Sorgen bereitet. Zugleich müssen wir unseren Kunden einen fairen Preis und einen transparenten Kundenservice bieten.“ Wie sich der permanente Preisdruck auswirkt, bringt ein weiterer IT-Leiter aus Großbritannien auf den Punkt: „Den Energieversorgern geht es in der Hauptsache um Profitmaximierung während daran gearbeitet wird, die betrieblichen Kosten zu senken und die Effizienz von Prozessen zu verbessern.“ Die Digitalisierung der Betriebe macht Fortschritte Aus den Antworten aus unserer Befragung lässt sich erkennen, dass sich die Energieunternehmen in der frühen Phase der digitalen Transformation auf betriebliche Abläufe und die Kundenerfahrung konzentriert haben. Das Management von Angebot und Nachfrage gehört dabei zu den wichtigsten Themen der untersuchten Energieversorger. Sie bezeichnen den Lastausgleich als eine der größten Herausforderungen für die Branche und als zweitgrößte Chance für die Digitalisierung. Viele Unternehmen scheinen hier gute Fortschritte zu machen. Ein IT-Leiter aus der nordischen Region fasst den Eindruck vieler befragter Kollegen zusammen: „Die Digitalisierung erlaubt es uns, physikalische Assets mit der virtuellen Umgebung zu vernetzen. Das sorgt für effizienten Output und ermöglicht eine Überwachung von verschiedenen Standorten aus. Angebot und Nachfrage lassen sich leichter steuern und alle Abläufe mit Hilfe zentralisierter Daten von einem Standort aus kontrollieren.“ Die Ergebnisse dieser Anstrengungen beeindrucken. Wie ein IT-Verantwortlicher berichtet, „hat uns die Digitalisierung dabei geholfen, betriebliche Abläufe zu verbessern und die Flexibilität über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu steigern. Unsere Profitabilität ist um den Faktor 20 auf 30 Prozent gewachsen.“ Big Data vernetzt den Betrieb mit der Customer Experience Einer der Hauptvorteile der digitalen Transformation besteht zweifelsohne in der Fähigkeit, sehr große Datenmengen effizient auszuschöpfen. In der Befragung wurde dies als der größte Nutzen der Digitalisierung bezeichnet. Überzeugende 98 Prozent der untersuchten Firmen erklärten, dass sie ihre Entscheidungen bereits auf Basis von Datenanalysen und -prognosen (Predictive Data) treffen. Wie ein IT-Leiter aus Schweden erklärt: „Wir erkennen die positiven Auswirkungen der Digitalisierung. Die Produktivität hat sich erhöht. Und wir können die Angebots- und Nachfrageprozesse in unserem Unternehmen einfacher überwachen. Auf dem digitalen Weg können wir leichter mit unseren Kunden interagieren. Wir verstehen ihre Bedürfnisse und erhalten regelmäßiges Feedback.“ Ein IT-Manager aus Großbritannien beziffert das Ergebnis: „Wir setzen auf erweiterte Analysefunktionen (Advanced Analytics) um die Servicequalität zu optimieren, unsere Kundenbeziehungen zu pflegen und zu vertiefen. Durch die Digitalisierung eines einzigen Kernprozesses können wir die Prozesskosten im ersten Jahr um 20 Prozent senken und gleichzeitig die Kundenzufriedenheit verbessern.“ Analytics stärkt die Customer Experience Die Ergebnisse unserer Studie verdeutlichen, dass alle IT-Leiter verstanden haben, was Datenanalysen leisten und die meisten die daraus gewonnenen Erkenntnisse bereits zur Verbesserung des Kundenservice nutzen. Gearbeitet wird an hoch personalisierten und individualisierten Serviceangeboten, die die Kundentreue und -bindung stärken. „Mit der Einführung integrierter Kundendienstleistungen entwickeln wir uns von einem energiezentrierten zu einem kundenzentrierten Unternehmen. Um das Verhalten unserer Kunden besser zu verstehen, nutzen wir wachsende Volumen von Kundendaten. Wir haben die enorme Chance, innovative und digital-unterstützte Produkte und Services zu entwickeln und gebündelt in einem integrierten Kundenservice bereitzustellen“, erklärt ein IT-Leiter aus Großbritannien. Ein anderer CIO fasst die Äußerungen seiner Berufskollegen zusammen: „Wir bieten unseren Kunden an, sich online, auf mobilen Endgeräten oder über die sozialen Medien zum Thema Elektrizität zu informieren, auf dem Laufenden zu halten oder zu kaufen. Durch den komfortablen, kostengünstigen und personalisierten Zugang zu Stromangeboten in jeder Preisklasse versorgen wir unsere Kunden mit einem differenzierten und modernen Service.“ Die Entwicklung personalisierter Produkte und Services in Verbindung mit personalisierter Preisgestaltung zieht sich wie ein roter Faden durch die Studie. Wie ein IT-Leiter aus Schweden vermerkt: „Wir bieten unseren Kunden bereits verschiedene Optionen zur Auswahl an. Diese Tarife können anhand von Kundenbedarf und -verbrauch modifiziert werden. Und wir entwickeln ständig neue Pakete, die auf die Anforderungen unserer Kunden abgestimmt sind.“ Intelligente Stromnetze werden dafür sorgen, dass Kunden zu Partnern werden Laut unserer Studie konzentrieren sich europäische IT-Manager darauf, die Kundenerfahrung ständig weiter zu verbessern. Die Einführung von Smart Grids leistet dazu einen wesentlichen Beitrag. Wie ein IT-Verantwortlicher aus Großbritannien kommentiert: „Das Stromnetz unterstützt das Energienetzwerk von morgen. Es wird den Elektrizitätsfluss in beide Richtungen ermöglichen, Informationen und Preissignale übertragen und für Ausgewogenheit bei Angebot und Nachfrage sorgen. Das stärkt die Zuverlässigkeit des Netzes, reduziert Verluste und integriert dezentrale Energieerzeuger, was zur Entlastung der Umwelt beiträgt. Das digitale Netz wird einen kontinuierlichen Fluss an Daten generieren – zu Verbrauch, Lastschwankungen, Preisanpassungen und Angebotsreaktionen – und damit die Effizienz des gesamten Systems erhöhen. Einer der interviewten CIOs erklärt die Vorteile für Kunden und Anbieter: „Das Stromnetz der Zukunft ermöglicht es den Kunden, ihren Energieverbrauch über intelligente Zähler und Energiemanagementsysteme im Haushalt rund um die Uhr zu kontrollieren. Es erlaubt eine direkte Kommunikation mit Endkundengeräten, um den Verbrauch zu Spitzenzeiten zu reduzieren und den Bedarf an teuren Stand-by-Kraftwerken zu senken.“ Grundsätzlich erwarten die IT-Manager der Energieversorger, dass Smart Grids partnerschaftliche Beziehungen zwischen Kunden und Unternehmen fördern und dazu beitragen, dass die Kunden mehr Kontrolle auf der Nachfrageseite übernehmen. Unterstützt durch personalisierte Preisangebote, die es den Energieunternehmen ermöglichen, die Stromversorgung effizienter und kostengünstiger zu managen. Obwohl dies noch ein paar Jahre dauern kann und durch die Dezentralisierung der Energieversorgung und der Stromerzeuger erschwert werden dürfte, sieht es ganz so aus, als hätten sich die befragten IT-Leiter bereits auf einen Kurs geeinigt. Dieser Artikel wurde aus dem Englischen übersetzt.

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Ausblick 2017: Setzt sich dezentrale Energieversorgung in diesem Jahr durch?

Energieversorgung

Deutschlands größter Verteilnetzbetreiber Westnetz erleichtert ab sofort die Nutzung von Mini-Solaranlagen durch Privatpersonen. „Die dezentrale Stromproduktion aus Sonnenenergie senke klimaschädliche Emissionen und reduziere zugleich die Kosten für den Ausbau der Energienetze“, erklärt Marcus Vietzke, Mini-PV-Experte bei der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) in Berlin. Mit der Photovoltaik-Solaranlage für Balkone und Terrassen können umweltbewusste Menschen ihren Beitrag zur Energiewende leisten. Doch die Energieversorger stellt der Umgang mit den dezentralen Erzeugungsanlagen vor etliche Herausforderungen. Gesetzgebung, Preisgestaltung, Netzanbindung und Abrechnung müssen geregelt werden – und zwar nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Die Digitalisierung spielt dabei eine Hauptrolle. Bei den deutschen Versorgungsunternehmen herrscht laut einer aktuellen Studie der Wirtschaftsprüfer Rödl und Partner neben Aufbruchsstimmung allerdings auch Nachholbedarf. Wie komplex die Lage ist, zeigt uns ein Blick über den Großen Teich. Zur regulatorischen Unsicherheit auf dem Energiesektor in Bezug auf den neuen amerikanischen Präsidenten wurde bereits viel berichtet. Eines jedoch steht fest: Der Einfluss erneuerbarer Energien und dezentraler Erzeugungsanlagen (DEA) wird weiter steigen. Ist also 2017 das Jahr, in dem die Energieversorger das Prinzip der DEA voll übernehmen? Und wie sieht das neue Geschäftsmodell aus? Die Entwicklung der dezentralen Energieversorgung Dezentrale Erzeugungsanlagen bedeuten Umsatzeinbußen. So haben die Energieversorger berechtigte Bedenken, ob DEA-Nutzer auch entsprechend zum Erhalt der Netze beitragen werden. Diese Schwierigkeiten müssen von den Regulierungsbehörden in den Richtlinien für die Preisgestaltung berücksichtigt werden. Allerdings erkennen die Energieversorger mittlerweile auch die Chancen, die DEA für eine alternde Infrastruktur mit dringendem Modernisierungsbedarf und gleichzeitig immer öfter stagnierender Nachfrage bieten. Unabhängig von ihrer Haltung zur Umweltschutzbehörde EPA, dem Clean Air Act oder dem Clean Power Plan lässt sich eine eindeutige Absicht hinter der Gesetzgebung der neuen US-Regierung erkennen. Damit sich die Energieversorger zügig auf DEA umstellen, sollen die Gesetze die Modernisierung des Stromnetzes zur Voraussetzung für die Anbindung von DEA machen (Englisch). Tatsächlich finden sich immer mehr Indizien dafür, dass Energieversorger in DEA investieren, um damit notwendige Umrüstungen von Großkraftwerken sowie Übertragungs- und Verteilungsnetzen zu vermeiden oder zu vertagen (Englisch). Das hat mindestens zwei Gründe: Erneuerbare Energien – besonders Solarstrom – haben schon bald Preisparität mit herkömmlichen Energiequellen, auch Erdgas, erreicht. In einigen Fällen erwiesen sich Solar- und Windenergie im Durchschnitt sogar als kosteneffektiver als Erdgas (Englisch). Der zweite Grund: Energieversorgungsunternehmen verstehen, dass sie von einem „kostenzentrierten“ zu einem „kundenzentrierten“ Geschäftsmodell wechseln müssen, wenn sie überleben wollen. Rasche Anpassung der Energieversorgungsunternehmen an DEA Auf der einen Seite haben Energieversorgungsunternehmen mit stagnierender oder sinkender Nachfrage zu kämpfen und betrachten DEA daher als ernsthafte wirtschaftliche Bedrohung. Auf der anderen Seite sehen sich die Kunden mit steigenden Kosten und sinkender Servicequalität konfrontiert, darunter unerwartete Stromausfälle und geplante wiederholte Unterbrechungen der Versorgung. Die steigende Nachfrage der Kunden nach DEA ist also absolut verständlich. Die meisten erkennen in dezentralen Erzeugungsanlagen nicht ein Mittel, um Geld zu verdienen, sondern eine Möglichkeit, die Energieversorgungsleistung so zu verbessern, dass auch die Kosten sinken. In diesem Zusammenhang wenden die Top-Manager der Energieversorger ihre Aufmerksamkeit schnell den Chancen der DEA zu, statt auf den Gefahren zu beharren. Es ist aufschlussreich, dass in der „State of the Electric Utility Survey 2015“ (Statuserhebung zur US-Stromversorgung) 56 Prozent der Befragten aus dem Energiesektor angaben, sie würden zwar die Chancen von DEA erkennen, wüssten jedoch nicht, wie sie diese in ein tragfähiges Geschäftsmodell überführen sollen. Ein Jahr später hatten sie bereits begonnen, an diesen Modellen zu arbeiten – der Großteil bevorzugte dabei als besten Weg die Zusammenarbeit mit Drittanbietern (Englisch). Die DEA-Chance nutzen Energieversorger können die Kosten für einen Eintritt in den DEA-Markt senken, indem sie entweder als Aggregator (Sammelstelle) für DEA-Betreiber oder Mikronetze auftreten oder sogar ganz neue Supply Chains entwickeln. Zugleich sichern sie damit ihre bestehenden Einnahmequellen und sondieren als Nischen- und Individualversorger vollkommen neue Dienstleistungsmöglichkeiten abseits der Großkraftwerke. Damit das gelingen kann, müssen zwei Dinge geschehen. Erstens müssen die Energieversorgungsunternehmen, die bisher einen End-to-End-Service lieferten, lernen mit dem zu Recht zu kommen, was ABB so treffend als „Energienachbarschaft“ (Englisch) bezeichnet. ABB äußerte sich wie folgt: „Unter dem Gesichtspunkt einer Energienachbarschaft lassen sich historisch gewachsene und abgeschottete Gräben im Energiesektor überbrücken. Diese Gräben haben bislang die Entwicklung von flexibleren, effizienteren, nachhaltigen und umweltfreundlichen Energiesystemen verhindert. Durch eine vermehrte Zusammenarbeit oder zumindest eine regelmäßige und proaktive gegenseitige Beratung können Energieversorger, DEA-Betreiber und Kunden für alle Beteiligten vorteilhafte Entscheidungen zu Infrastruktur, Geschäftstätigkeiten und Ressourcen treffen.“ Zweitens wird die Fähigkeit, innerhalb dieser Nachbarschaft zu kommunizieren und Daten auszutauschen, essenziell. Eine der zukünftigen Schlüsselanforderungen an Energieversorger lautet daher, die Digitalisierung proaktiv voranzutreiben. Der DEA-Markt erfordert bereits heute Sensoren und Messgeräte, um Qualität und Produktionsmenge zu regulieren. Die zur Netzanbindung der DEA von Energieversorgern errichteten Ökosysteme erfordern vollkommene Transparenz und Sichtbarkeit. Deshalb müssen kooperierende Energieversorger, DEA-Unternehmen und Kunden in der Lage sein, die mit der Erbringung der Dienstleistung verbundenen strukturierten und unstrukturierten Daten vollständig zu verstehen. Wie Sie mit diesem Ausmaß an digitaler Umwälzung umgehen können, hat Adam Howatson, CMO von OpenText, kürzlich in einem interessanten Blogbeitrag (Englisch) erläutert. Umsetzung in der Praxis In der Praxis müssen Leistungsbedingungen, Service Level Agreements sowie Produktions- und Wartungszyklen mit Produktionsdaten und automatischen Leistungsmessern kombiniert werden. So können alle Beteiligten sicher gehen, dass sie selbst und auch die anderen die Verpflichtungen vollständig erfüllen. Das trifft insbesondere auf den Trend zu nachfrageseitigen Preisgestaltungen wie dem Nutzungszeiten-Modell (Englisch) zur effektiveren Vergütung von DEA-Betreibern zu. Als Herausforderung gilt dabei die Implementierung neuer Arten von Software – etwa EIM – als zentrale und integrierte Plattform für Kommunikation, Informationsaustausch und Data Analytics. Und zwar sowohl innerhalb des Energieversorgers wie auch außerhalb, um sich mit Kunden, DEA-Betreibern und selbstverständlich auch den Regulierungsbehörden zu vernetzen und auszutauschen. Die erfolgreiche Anbindung der DEA an die vorhandenen Stromnetze ist besonders kritisch. Denn die dezentralen Erzeugeranlagen sollen laut Prognose großen Einfluss auf die (aufgrund ihrer Form) als „Duck Curve“ (Entenkurve) bezeichnete 24-Stunden-Prognosekurve der Netzbelastung haben. Der kalifornische Betreiber CAISO führte detaillierte Analysen der Netzbelastungsprognosen bis 2020 durch und demonstrierte damit den starken Anstieg an Energiequellen und die Wahrscheinlichkeit von Überproduktionsrisiken (Englisch). Ebenso arbeitet CAISO mit Branchenvertretern und Gesetzgebern gemeinsam an neuen Regeln und Marktinstrumenten, die die Entwicklung flexibler Energiequellen unterstützen und fördern, um ein ausfallsicheres Stromnetz für die Zukunft zu sichern. Das American Council for Energy Efficient Economy (ACEEE) berichtete vor kurzem, Energieversorger könnten eine zehnprozentige Reduzierung der Spitzenlast erreichen, wenn sie Möglichkeiten zum Lastmanagement (Englisch) einsetzen würden. Das reduziere auch die Auswirkungen der immer steiler werdenden Duck Curve. Der Einsatz einer modernen EIM-Software als integrierte Kommunikationsplattform ist für die Energieversorger daher eine Voraussetzung. Für den erfolgreichen Austausch von Inhalten sowie strukturierten und unstrukturierten Daten mit allen Beteiligten, darunter DEA-Betreiber, Kunden und Netzbetreiber, ist eine Enterprise-Information-Management-Lösung also unabdingbar. Zudem wird EIM auch für Initiativen zur Einführung neuer Lastmanagementtechnologien benötigt. Auf Seite 2 erfahren Sie mehr über die zentrale Rolle von Regulierungen und Regulierungsbehörden.

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