Supply Chain

Denken Sie grenzübergreifend: die vollständig automatisierte Supply Chain

Supply Chain Strategy

Industrie 4.0 steht in Deutschland überall ganz oben auf der Tagesordnung. Die Digitalisierung von Geschäftsprozessen und eine gute Supply Chain Strategy innerhalb des Unternehmens sind zur Selbstverständlichkeit geworden. Doch das allein reicht nicht, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig und erfolgreich zu bleiben. Erst eine Vernetzung über Unternehmensgrenzen hinaus und die Digitalisierung der Supply Chain verschaffen den Unternehmen entscheidende Wettbewerbsvorteile. Die Automobilbranche gilt Vorreiter in Sachen Interkonnektivität und digitale Ökosysteme. Dort wird bereits gelebt, was künftig auf andere Branchen zukommt: eine komplett automatisierte und digital vernetzte Lieferkette. Warum die Digitalisierung der Supply Chain den Blick nach draußen erfordert Wenn Sie mit der Automatisierung der Supply Chain Ihres Unternehmens betraut sind, kennen Sie den damit verbundenen internen Arbeitsaufwand. Viele Organisationen vergessen jedoch, dass für eine vollständige Automatisierung auch externe Faktoren eine Rolle spielen. Dass die Einbeziehung dieser Faktoren sinnvoll und notwendig ist, zeigen die jüngsten Meldungen über verkürzte Lieferfenster und gestiegene Compliance-Anforderungen bei Einzelhändlern. Gleiches gilt für die Automobilbranche. Aufgrund der üblichen Just-in-Time-Produktion müssen Lieferanten den Automobil-Erstausrüstern Vertragsstrafen zahlen, wenn verpasste Liefertermine zum Stillstand einer Fertigungsstraße führen – in schwindelnder Höhe von mehreren Tausend Euro PRO MINUTE Leerlauf. Ob Sie nun Lieferant oder Kunde sind: für eine vollständig automatisierte Supply Chain wird es zunehmend wichtiger, auch das Umfeld einer Organisation miteinzubeziehen. Was ist für eine gute Supply Chain Strategy zu beachten? Die Supply-Chain-Expertin Lora Cecere schreibt in ihrem Blog (Englisch): „Die Automatisierung steigert die Effizienz eines Unternehmens, nicht die Effektivität einer Wertschöpfungskette. Die meisten Firmen denken nicht über ihre Firewall hinaus. Ich glaube, wir müssen unsere Auffassung von Supply Chain überdenken. Mit konventionellen Ansätzen gelingt uns das nicht. Aber durch den Einsatz neuer Technologien und indem wir eine Outside-In-Perspektive einnehmen.“ Eine Outside-In-Perspektive und ein effektives Netzwerk sind das Ergebnis eines automatischen Austauschs von Transaktionsdaten zwischen den Geschäftspartnern. Laut aktuellen Studien von IDC meinen zwar 70 Prozent der Befragten, der geschäftliche Erfolg erfordere weitreichende B2B-Netzwerke, die die Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten ermöglichen. Aber weniger als 50 Prozent tauschen den größten Teil ihrer Informationen mit der Mehrzahl ihrer Geschäftspartner auf elektronischem Weg. Mit der Einbindung von Lieferanten- oder Kunden-Prozessen in eine automatisierte Supply Chain können Organisationen einen entscheidenden Teil ihrer Lieferkette automatisieren. Das schafft unter anderem folgende Vorteile: weniger manuelle Dateneingaben – weniger Eingabefehler; geringere Transaktionskosten; weniger Fehler und schnellere Abwicklung im Wareneingang. In unserem On-Demand Webinar (Englisch) erfahren Sie mehr darüber, wie ein umfeldorientiertes Denken zur vollständigen Automatisierung der Supply Chain beiträgt und wie Sie durch Automatisierung die Wertschöpfung Ihrer Supply Chain erhöhen und Ihre Unternehmensergebnisse verbessern. Dieser Artikel wurde aus dem Englischen übersetzt.

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Fünf Compliance-Anforderungen für 2017

Compliance

Hatte das Thema Compliance-Anforderungen in der Vergangenheit eher für große und international aktive Konzerne Relevanz, ist heute auch der Mittelstand aufgewacht. In einer aktuellen Studie gaben 40 Prozent der befragten kleinen und mittleren Firmen an, sie hätten bereits ein unternehmensweites Compliance-System im Einsatz. Weitere 40 Prozent nutzen ein solches System zumindest in Teilbereichen ihres Betriebs. 90 Prozent der Befragten erklärten, sie wollten ihre Compliance-Maßnahmen in den nächsten Jahren ausweiten. Mit gutem Grund: 2017 entwickelt sich zu einem turbulenten Jahr in Sachen Compliance. Mit der Kombination aus BREXIT, der Trump-Präsidentschaft und der Reform der EU-Datenschutzregeln stehen regulatorische Änderungen und Unsicherheiten wieder im Rampenlicht. Und weil bei Verstößen wieder Strafzahlungen in enormer Höhe drohen, sorgen sich die Compliance-Beauftragten mehr denn je um ihre persönliche Haftung. Compliance-Anforderungen: DSGVO – der Countdown läuft Falls sich Ihr Unternehmen noch nicht mit der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) beschäftigt hat, gehören Sie möglicherweise bereits zu den Nachzüglern. Die DSGVO wurde im Mai 2016 ratifiziert und soll den Schutz personenbezogener Daten an das digitale Zeitalter anpassen. Mit der Verordnung werden den Unternehmen strenge Vorgaben für den Umgang mit und das Speichern von personenbezogenen Daten von EU-Bürgern auferlegt. Die Richtlinie wird weitreichende Auswirkungen auf Unternehmen haben – vom Einholen von Einverständniserklärungen der Kunden, über den Einsatz von Cookies auf Firmen-Webseiten bis zum „Recht auf Vergessen“. Die DSGVO betrifft jedoch nicht nur Unternehmen in der EU. Die EU-Rechtsvorschriften gelten für jedes Unternehmen, das personenbezogene Daten von EU-Bürgern sammelt und speichert. Da die DSGVO ab Mai 2018 greift, läuft für die Organisationen der Vorbereitungscountdown. Die DSGVO wirkt sich allerdings nicht nur auf das Compliance-Team aus. Sie betrifft auch viele andere Unternehmensbereiche. Wichtige Schritte Ermitteln Sie im ersten Schritt in welchen Prozessen und Inhalten Ihre Organisation personenbezogene Daten verarbeitet. Dazu gehört unter anderem: Welche personenbezogenen Daten werden verarbeitet? Wo im gesamten Unternehmen werden solche Daten gespeichert? Wer hat Zugang zu diesen Daten? Wurde das Einverständnis zur Nutzung eingeholt, und wo ist das dokumentiert? Wohin und woher werden diese Daten übertragen (auch an Dritte und grenzüberschreitend)? Wie werden die Daten während ihres gesamten Lebenszyklus gesichert? Gibt es Richtlinien und Prozesse zum Umgang mit personenbezogenen Daten? Auf der OpenText Webseite zur DSGVO (Englisch) erfahren Sie mehr über die Richtlinie und wie OpenText Sie unterstützen kann. Compliance-Anforderungen: Der Druck auf die Compliance-Verantwortlichen lässt nicht nach Der Stellenwert von Compliance-Beauftragten ist so hoch wie nie zuvor, doch mit großem Einfluss ist auch große Verantwortung verbunden. Der Druck auf die Compliance-Verantwortlichen wächst ständig, und 2017 bildet hier keine Ausnahme. So erwarteten beispielsweise 69 Prozent der befragten Unternehmen (Englisch) im Jahr 2016, dass die Regulierungsbehörden im folgenden Jahr noch mehr Vorschriften erlassen würden. 26 Prozent erwarteten sogar deutlich mehr Vorschriften. Zudem scheint die persönliche Haftung zur bleibenden Sorge zu werden. 60 Prozent der in einer Studie (Englisch) Befragten gingen von einer steigenden persönlichen Haftung der Compliance-Beauftragten in den nächsten zwölf Monaten aus, 16 Prozent davon sogar von einer deutlichen Steigerung. Zusätzlich stellt die DSGVO ausdrücklich klar, dass Unternehmen eine qualifizierte Compliance-Funktion zu besetzen haben, den sogenannten Datenschutzbeauftragten (DSB). Obwohl die DSGVO die erforderlichen Zertifizierungen der DSB nicht im Detail festlegt, verlangt die Regelung dennoch, dass diese „Fachwissen auf dem Gebiet des Datenschutzrechts und der Datenschutzpraxis besitzen“. Wichtige Schritte Datenschutzbeauftragte müssen keine technischen Experten sein. Doch sie müssen wissen, wie sie die Softwarelösungen für Governance, Compliance und Risikomanagement (Englisch) nutzen, um sich ihre Aufgaben zu erleichtern. Weitere wichtige Schritte: Stellen Sie sicher, dass Ihre Richtlinien auf dem neuesten Stand sind und die Mitarbeiter ihre Compliance-Aufgaben verstehen und entsprechend geschult sind. Mehr erfahren Sie in diesem AIIM-Whitepaper mit Infografik „Governance, Compliance und Risikomanagement mit ECM und BPM managen“ (Englisch). Compliance-Anforderungen: Eine neue Regierung bedeutet auch neue regulatorische Schwerpunkte US-Präsident Trump hat seinen Wunsch, bestehende gesetzliche Beschränkungen zu reduzieren, stets klar geäußert. Vom Finanzdienstleistungssektor (Englisch) bis zum Umweltbereich (Englisch) bereiten sich Compliance-Beauftragte auf die Änderungen und deren Auswirkungen vor. Die meisten Branchenexperten sind sich einig, dass selbst dort, wo gesetzliche Regelungen vereinfacht (Englisch) oder reformiert werden, eine Menge Arbeit auf ihre Mitarbeiter wartet. Schließlich muss die durch den Wegfall bisheriger Gesetze entstandene Lücke gefüllt oder geklärt werden, wie neue Gesetze anzuwenden sind. Die Situation mag im Moment noch unklar sein, doch unabhängig davon können Sie sicher sein, dass mit jeder Änderung Arbeit auf Ihr Compliance-Team zukommt. Wichtige Schritte Wie bereitet man sich auf Unbekanntes vor? Der weise Rat vieler Experten lautet, vorerst beim normalen Tagesgeschäft zu bleiben und Regelungen und Prozesse noch nicht zu überarbeiten. Dennoch: Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um Ihr gesamtes Compliance-Programm zu evaluieren. Ein Beispiel: Falls Sie Ihre Hausaufgaben im Bereich der juristischen Anforderungen zum Information Management noch nicht gemacht haben, packen Sie das Thema jetzt an. Ob Ihre Firma in den USA angesiedelt ist oder dort nur Geschäfte tätigt – mögliche Änderungen der Gesetzeslandschaft bedeuten, dass sich Unternehmen schnell anpassen müssen. Nur so können sie rasch von Chancen profitieren, Risiken minimieren und gesetzeskonform bleiben. Hier erfahren Sie mehr über die Compliance-Lösungen von OpenText (Englisch). Compliance-Anforderungen: Wenn die Kosten für Compliance-Prozesse steigen, fordern Organisationen auch mehr Nachweise für deren Nutzen In einer Umfrage von Thomson Reuters gaben 2016 69 Prozent der Organisationen (Englisch) an, dass sie von einer Erhöhung ihres Gesamtbudgets für Compliance in den kommenden zwölf Monaten ausgehen. Weltweit werden entsprechende Abteilungen ausgebaut und erhalten mehr Befugnisse, Personal und Verantwortung. Damit sind sie aber auch besser als Kostenstelle innerhalb der Organisation erkennbar. Die direkte Folge: Maßnahmen sollen sich nicht mehr nur minimal negativ auf das Betriebsergebnis auswirken. Im Gegenteil, es gibt mehr Druck denn je zu demonstrieren, dass die Compliance-Maßnahmen einen positiven Beitrag zum Betriebsergebnis leisten. Return on Compliance (ROC) ist zwar kein neues Konzept, aber in 2017 müssen Organisationen tatsächlich nachweisen, welchen Nutzen das Unternehmen aus seinen Investitionen zieht. Wichtige Schritte Definieren Sie Kennzahlen – woran und wie messen Sie den Erfolg und ROI Ihrer Compliance-Maßnahmen? Mögliche Beispiele sind vermiedene oder reduzierte Kosten für Rechtsstreitigkeiten oder Strafen und effizientere Compliance-Prozesse. Legen Sie eine Ausgangsbasis fest – ohne Basiskennzahlen lassen sich Verbesserungen schwer nachweisen. Sie haben noch keine Basis-KPIs erfasst? Handeln Sie jetzt. Bewerten Sie im Vergleich zur Best Practice Ihrer Branche. Ziehen Sie möglichst viele Branchenstudien zu Rate, die zeigen, wie Ihre Geschäfte von Compliance profitieren. Führungskräfte und Aufsichtsratsmitglieder wissen Daten und Recherchen zu schätzen. Prüfen, prüfen und nochmals prüfen – wie in anderen Unternehmensbereichen auch sollte die Bewertung des ROI von Compliance-Maßnahmen nicht nur einmal jährlich stattfinden. Überprüfen und ergänzen Sie Ihre Pläne und Strategie mindestens vierteljährlich. Hier erfahren Sie, warum Compliance nicht nur notwendiges Übel, sondern gut für Ihre Geschäfte ist (Englisch).  Compliance-Anforderungen: Geht es um Compliance, sind Sie Ihres Bruders Hüter – Unternehmen kämpfen immer noch mit Drittrisiken 32 Prozent der Teilnehmer einer von Navex Global durchgeführten Studie (Englisch) berichteten, sie wären in den letzten drei Jahren mit rechtlichen oder regulatorischen Verfahren konfrontiert gewesen, an der Dritte beteiligt waren. 30 Prozent (Englisch) der Befragten gaben in derselben Studie an, sie gingen davon aus, dass sie zukünftig mehr Konflikte mit Dritten erwarten. Laut GRC20/20 gilt „der wachsende Bereich von Geschäftsbeziehungen mit Dritten, wo zunehmende rechtliche Gefährdung und Risikoexposition auf die Organisationen durchgreifen“ als zweitgrößter Treiber von Initiativen für Governance, Risikomanagement und Compliance (GRC). In immer größeren und komplexeren globalen Supply Chains sind Sie direkt von der Vorgehensweise und den Methoden Ihrer Verkäufer betroffen. Das kann zu Rechtsstreitigkeiten, empfindlichen Strafen und auch der teuersten aller Folgen führen – zum Vertrauensverlust Ihrer Kunden. Auch 2017 werden Compliance-Programme einen Schwerpunkt auf den Umgang mit Risiken durch Dritte setzen. Wichtige Schritte Dass Organisationen mit ausgereiften und weit entwickelten Programmen zum Umgang mit Drittrisiken bessere Ergebnisse verzeichnen, ist wenig überraschend. Größere Budgets und automatisierte Systeme für solche Programme spielen dabei ebenfalls eine Rolle. Wichtige Schritte beinhalten daher eine aktuelle und effektive Vereinbarung über die Sorgfaltspflichten Dritter, eine starke, funktionsübergreifende Finanzierung des Programms für Drittrisiken sowie ein klar und eindeutig bestimmter Leiter und Eigner des Programms (oft die Compliance-, Ethik- oder Rechtsabteilung). Erfahren Sie, wie Sie Konfliktmineralien aus Ihrer Lieferkette entfernen und wie die OpenText Cloud Supply Chains umweltfreundlicher macht (Englisch). Für alle Compliance-Verantwortlichen und -Beauftragten gilt: Machen Sie sich auf ein spannendes Jahr 2017 gefasst! Es wird ein heißer Ritt, der vielleicht ein paar blaue Flecken hinterlässt, aber auch für Begeisterung sorgen dürfte! Behalten Sie den Überblick! Bei weltweit über 100.000 Verordnungen das es nicht einfach. Unser aktuelles White Paper macht Sie fit für die Compliance-Anforderungen im digitalen Zeitalter. Dieser Artikel wurde aus dem Englischen übersetzt.

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DSGVO: Chance oder Gefahr für B2B-Unternehmen?

DSGVO

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist zwar erst ab Ende Mai 2018 wirksam, doch sie wirft bereits jetzt ihre Schatten voraus. So steigen etwa die Ausgaben und Budgets für IT-Sicherheit 2017 deutlich an. Das zeigt das Ergebnis einer Umfrage der Nationalen Initiative für IT-Sicherheit (NIFIS) unter 100 vorwiegend mittelständischen deutschen Unternehmen. Bis 2025 sollen die Investitionen sogar um beeindruckende 50 Prozent wachsen. Aber nicht nur die IT, auch das Marketing muss sich umstellen. Datenlecks müssen beispielsweise ab Mai 2018 grundsätzlich gemeldet werden, auch wenn die Daten gar nicht genutzt werden. Dafür werden viele überholte und hinderliche deutsche Datenschutzgesetze durch die neue Regelung obsolet. Die EU-DSGVO bringt also zweifellos grundlegende Änderungen mit sich – wirkt sich aber vielleicht anders aus, als Sie denken. Über die strengen Auflagen – und saftigen Strafen – für Organisationen, die personenbezogene Daten von EU-Bürgern verarbeiten, wurde bereits umfassend berichtet. Viel weniger war dagegen von einem anderen erklärten Ziel der neuen Verordnung die Rede: Den Datenaustausch von in der EU tätigen Unternehmen zu erleichtern. Die DSGVO betrifft jedoch nicht nur in der EU ansässige Unternehmen. Die Frage lautet daher: Wie können Sie von der Umsetzung der DSGVO profitieren? Eine Chance? Tatsächlich?! Jedes Unternehmen muss in Vorbereitung auf den Stichtag im Mai 2018 einiges verändern. Sich auf das Ausmaß der Veränderung – auf organisatorischer, technischer und prozessualer Ebene – zu konzentrieren, ist einfach. Aber dadurch geht der Blick auf das große Ganze verloren. Die DSGVO soll ausdrücklich die europäischen Gesetze für Datenschutz und Privatsphäre harmonisieren. Es handelt sich hier also um den weitreichendsten, jemals in diese Richtung unternommenen Vorstoß. Die DSGVO ist ein gemeinsames Bemühen um den Datenschutz von 28 Staaten der EU-Freihandelszone. Tatsächlich reicht ihre Wirkung viel weiter. Der DSGVO sind alle Unternehmen unterworfen, die personenbezogene Daten von EU-Bürgern speichern – und das tun, seien wir ehrlich, heutzutage mehr oder weniger alle. Ein Gelingen der DSGVO macht sie daher vermutlich von Beginn an zum weltweiten Standard. Derzeit haben sich die Organisationen noch nicht mit einer einheitlichen Lösung für ihre Datenschutz- und Geheimhaltungsrisiken befasst. Durch die DSGVO wird genau das zu einer essenziellen Aufgabe. Wenn Sie die DSGVO nicht nur als Compliance-Thema betrachten, erkennen Sie Ihre Chancen. PA Consulting (Englisch) (http://www.paconsulting.com/our-thinking/eu-general-data-protection-regulation/%5D) rät Unternehmen „einen unternehmens- und kundenzentrierteren Ansatz zu verfolgen. So können Organisationen ermitteln, wie sie personenbezogene Daten verwalten müssen, um informiertere Entscheidungen zu treffen und das Kundenerlebnis zu verbessern.“ Worum es bei DSGVO geht Für B2B-Unternehmen entstehen durch die DSGVO im Wesentlichen zwei Pflichten. Zum einen, die personenbezogenen Daten so zu speichern und zu verwalten, dass sie für die betroffene Person schnell zugänglich sind und, wenn notwendig, gelöscht werden können. Als B2B-Unternehmen sollten Sie sich stets vor Augen halten, dass die DSGVO „personenbezogene Daten“ als Daten von Einzelpersonen definiert. In Ihrem Fall also die Ihrer Kunden, Lieferanten und Dienstleistungsanbieter. Das betrifft auch, wie und warum Sie innerhalb Ihrer Supply Chain oder Ihres Handelspartner-Netzwerks personenbezogene Daten austauschen. Zum anderen müssen personenbezogene Daten zu jedem Zeitpunkt sicher und geschützt sein – bei der Übertragung und in der Datenbank. Die International Association of Privacy Professionals (Englisch) empfiehlt zu diesem Zweck unter anderem folgende Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen: Pseudonymisierung und Verschlüsselung aller personenbezogenen Daten Gewährleistung durchgängiger Geheimhaltung, Integrität, Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit in allen datenverarbeitenden Systemen und Prozessen Zeitnahe Wiederherstellung der Verfügbarkeit und des Zugangs von/zu personenbezogenen Daten nach einem physischen oder technischen Vorfall Implementierung eines Prozesses zur regelmäßigen Überprüfung, Bewertung und Evaluierung der Effektivität technischer und organisatorischer Maßnahmen zur sicheren Datenverarbeitung Im Mittelpunkt: die technische Infrastruktur Dass die richtige technische Infrastruktur eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der DSGVO spielt, steht außer Frage. Organisationen, die sich weiterhin Datensilos leisten, bekommen echte Probleme. Stattdessen müssen sie sich einen klaren End-to-End-Überblick über bei ihnen gespeicherten, personenbezogenen Daten verschaffen. Das betrifft sowohl strukturierte als auch unstrukturierte Daten – von E-Mails und Social Media-Gewohnheiten bis zu Verträgen und Serviceunterlagen. Und das erfordert ein deutliches Umdenken. Privacy-by-Design und Datenschutz durch Technik müssen für Unternehmen zu zentralen Elementen ihrer Infrastruktur werden. Beide Strategien sind seit Jahren fester Bestandteil der Lösungsentwicklung von OpenText. Das OpenText™ Business Network Lösungsportfolio – darunter OpenText™ Trading Grid Messaging Service (Englisch), OpenText™ Supply Chain Automation (Englisch), OpenText™ B2B Managed Services (Englisch) und OpenText™ Faxlösungen – umfasst höchste Sicherheitsstandards, Verschlüsselung und Best Practices. Diese Lösungen ermöglichen die Verarbeitung und den Austausch von flächendeckend verschlüsselten Daten und reduzieren die mit der Verarbeitung sensibler Daten verbundenen Risiken. Strenge Überprüfungen, Tests und Einhaltung von Sicherheitsbestimmungen wie der DSGVO, auch in großen und hochentwickelten Supply Chains, ist ein wesentlicher Teil der Tätigkeit von OpenText. So besteht beispielsweise die Systemumgebung des OpenText™ Cloud Fax Netzwerks aus verschiedenen Verbindungsprotokollen. Diese sorgen dafür, dass unsere Kunden stets die entsprechenden regulatorischen und Compliance-Auflagen erfüllen. Zur Auswahl stehen unter anderem sichere Internetverbindungen mittels TLS, HTTPS oder VPN. Damit sind die Unternehmen sicher mit der OpenText Cloud verbunden, und die Geheimhaltung ist garantiert. Durch eine Verschlüsselung in der Datenbank und bei der Datenübertragung sind Inhalte sowohl am Speicherort als auch während der Übermittlung sicher geschützt. Die Ruhe bewahren und weiter arbeiten Die gute Nachricht lautet: Die DSGVO soll Ihren Betrieb nicht behindern, eher im Gegenteil. Allerdings erfordert sie eine deutlich proaktivere und einheitlichere Vorgehensweise in puncto Datenschutz. Für B2B-Unternehmen muss dies keine Bedrohung sein. In beinahe jeder Organisation ist die digitale Transformation Kernelement der Geschäftsstrategie. Und beinahe jede Organisation versucht, das Optimum aus den gespeicherten Daten herauszuholen. In diesem Zusammenhang kann die DSGVO auch als der rechtliche Rahmen betrachtet werden, in dem genau das möglich ist. Das nenne ich eine Chance! Weitere Informationen zum Thema DSGVO: DSGVO On-Demand-Webinar von OpenText und der Digital Clarity Group In diesem Webinar besprechen Janet de Guzman von OpenText und Tim Walters von der Digital Clarity Group die Grundsatzfragen, über die auch Ihr Unternehmen diskutieren sollte. Das erwartet Sie: Hier erhalten Sie Zugriff auf die Aufzeichnung des englischsprachigen Webinars „New EU Data Policies Will Transform Business Practices Across the Organization: Get Ready for the GDPR“. Dieser Artikel wurde aus dem Englischen übersetzt.

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Die Supply Chain stets im Blick

Im letzten Blog haben wir uns damit beschäftigt, wie sich Handelspartner mit Hilfe des OpenText™ Trading Grid in die Supply Chain integrieren lassen. Nach der Anbindung der Handelspartner ist der Weg frei, durchgängige Abläufe in Beschaffung (P2P) und Vertrieb (O2C) nachhaltig zu verbessern und die darin verborgenen Potentiale zu bergen. Ferner wird nun die Visibilität in die Prozesse der Supply Chain ermöglicht und es lassen sich detaillierte Analysefunktionen nutzen, was erneut zur Reduzierung der Kosten beiträgt. Werfen wir zunächst einen Blick auf den typischen Lebenszyklus eines Bestellvorgangs: Der Einkauf generiert eine Bestellung, die an den Lieferanten übermittelt wird. Der Lieferant antwortet auf diese Bestellung und nimmt sie damit entgegen. Sobald er liefern kann, sendet er eine Liefer-Avis/ASN an den Auftraggeber. Der gelieferten Ware liegt ein Lieferschein bei, anschließend wird eine Rechnung gestellt. Ein Vorgang, der den meisten von uns in Fleisch und Blut übergegangen ist. Allerdings vergisst man auch gerne den Aufwand, der damit einhergeht. Denn für jedes Dokument während dieses Prozesses ist ein bestimmter Aufwand nötig, um es zu erstellen oder es nach Erhalt zu prüfen. An dieser Stelle kommt OpenText™ Business Network zum Einsatz. Auf Basis des OpenText Trading Grid, dem größten B2B-Netzwerk der Welt, bietet OpenText™ Managed Services an. Teil dieses Angebotes ist die Familie der „Active Documents“, mit deren Hilfe der komplette Procure-2-Pay- oder Order-2-Cash-Prozess verwaltet werden kann. Die Besonderheit: Es ist völlig unerheblich, ob der Handelspartner ein ERP-System wie SAP nutzt, die Daten per Fax sendet oder alle Informationen über ein Portal eingibt. Die benötigten Daten fließen automatisch und direkt vom oder zu Ihrem SAP-System und können dort weiterverarbeitet werden. Die Auswirkungen auf die Kosten sind enorm. Einer Studie von Aberdeen zufolge erzeugt schon eine einzige Rechnung, die per Papier oder Fax versendet wird, Kosten in Höhe von 17 bis 25 Euro. Schleicht sich ein Fehler ein, steigt dieser Betrag auf das Zehn- bis Zwölffache. Durch den Einsatz elektronischer Rechnungen als Teil von OpenText™ Active Documents können in der Regel zehn bis 15 Euro pro Rechnung eingespart werden. Bei Bestellungen und Liefer-Avisen (ASN) ist die relative Einsparung sogar oft noch höher. Die Gründe für die Ersparnis: Mit Active Documents werden Routineaufgaben automatisiert und können damit effizienter gestaltet werden. Ferner wird der „menschliche Fehler“ weitestgehend ausgeschlossen. Ein Lieferant kann beispielsweise die Bestellung mit einem Mausklick in eine Bestellbestätigung konvertieren. Mengen, Preise und Bezeichnungen müssen nicht händisch übertragen werden, sondern bleiben identisch. Kommt es doch einmal zu Abweichungen, beispielsweise einer anderen Liefermenge, wird die Abweichung sofort durch einen automatischen Vergleich der Dokumente identifiziert und mündet in einen entsprechenden Eskalationsprozess. Die Managed Services von OpenText Business Network ermöglichen über die Supply Chain Visibility und Analysefunktionen, aktuelle Status aus verschiedenen Blickwinkeln zu sichten und wenn nötig adäquat zu reagieren. Auch lassen sich Trends abschätzen, um sich abzeichnenden Ereignissen vorzubeugen. Verschlechtert sich beispielsweise die Qualität oder Liefertreue eines Lieferanten zunehmend, kann der Einkauf diesen Trend besser abschätzen und reagieren. Bei einer bereits bestehenden und nicht vorhersehbaren Unterbrechung – Stichwort: Supply Chain Disruption– wird umgehend ein Alarm generiert und bei Bedarf eine bewertete Alternativen vorgeschlagen. Auf diese Weise ist man im Fall der Fälle in der Lage, sofort die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das sorgt nicht nur für eine bessere Planung und bessere Abläufe, sondern auch für zufriedene Kunden. Weitere interessante Themen finden Sie auch auf unseren Webseiten: Forrester Webinar: Ein ERP-Projekt – der ideale Zeitpunkt für eine B2B-Integration! Die Bestellstatus-Mobility App OpenText – strategischer Partner der SAP VUCA – The new normal

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Handelspartner schnell und einfach in die Supply Chain integrieren

80 % der Unternehmen halten es für wichtig, alle Handelspartner, egal ob Kunden, Lieferanten, Logistiker oder Banken, an die Supply Chain anzubinden. Durch diese Digitalisierung der Supply Chain ergeben sich große Zeit- und Kostenersparnisse, es lassen sich fehleranfällige Routineaufgaben automatisieren und die Effizienz der Prozesse zu erhöhen. In der Praxis werden jedoch 60 % der Partner gar nicht angebunden, weil es an entsprechenden Konzepten mangelt, es an freier Kapazität der geschulten Mitarbeiter fehlt oder weil der darin liegende Kostenvorteil nicht beziffert werden kann und somit kein Budget zur Verfügung gestellt wird. Werden heute Handelspartner an die Supply Chain angebunden, betrifft das hauptsächlich große Unternehmen mit einem starken Handelsvolumen und einer hohen Anzahl an Prozessen. Der Arbeitstag eines Einkäufers ist in der Regel, mehr durch die Arbeit mit kleinen bis mittleren Partnern belastet. Dabei erfolgt der Informationsaustausch also meist unstrukturiert, per E-Mail, Fax, Telefon oder Post. Ein eigenes Engagement für das On-Boarding der Handelspartner lohnt sich allerdings selten. Ein Beispiel: Mit unternehmensinternen Ressourcen dauert die Anbindung eines Handelspartners in etwa ein bis zwei Tage. Multipliziert man diese Tage mit der Anzahl der Partner, sagen wir 500, und den direkten und indirekten Kosten des mit dem On-Boarding betrauten Mitarbeiters, ergibt sich allein daraus eine Summe von 340.909 Euro. Zusätzlich rechnet man für die Systempflege und Wartung etwa einen halben Arbeitstag pro Jahr und pro Partner, was hier einen Betrag von 113.637,50 Euro ausmacht. Beste Voraussetzungen also für ein Outsourcing. Betrachten wir allerdings den Markt, wird deutlich, dass die Lösungen vieler Anbieter nur eingeschränkt taugen oder nur Teilaspekte abgedeckt werden. Selbstverständlich werden diese Lösungen mit vielen Abkürzungen und PowerPoint Folien als neues Allheilmittel angepriesen. Oft benötigen Unternehmen daher Lösungen verschiedener Anbieter, was wiederum zu einem Wildwuchs in der IT-Landschaft führt und mit hohen Kosten verbunden ist. Jedoch, mit einem starken Partner sind Unternehmen auf der sicheren Seite und können sich um ihr Kerngeschäft kümmern. OpenText™ Business Network ist der globale Marktführer für die Digitalisierung von Supply Chains. Bereits heute sind mehr als 600.000 Unternehmen mit dem B2B-Netzwerken der OpenText verbunden: Trading Grid. OpenText übernimmt dabei auch das On-Boarding und bietet zudem weiterführende Lösungen an. Unternehmen können schnell und einfach an das OpenText™ Trading Grid Netzwerk angeschlossen werden und versenden und prüfen darüber ihre Bestellungen, ASNs oder Rechnungen. Der Vorteil dabei ist, dass jeder Handelspartner problemlos eingebunden werden kann, unabhängig von der Größe und den technischen Voraussetzungen (ERP/SAP, Excel, Web, Portal, @, Fax etc.). Über die Active Community lassen sich zudem die relevanten Stammdaten des eigenen Partnernetzwerkes verwalten. Schließlich passiert es nicht gerade selten, dass plötzlich ein neues Formular zum Einsatz kommt oder sich der Ansprechpartner ändert. In der Active Community kann deshalb stets der Kontakt zu den Partnern gehalten werden. Ebenso lassen sich gezielt Informationen mit dem Netzwerk austauschen. Dabei bleibt gewährleistet, dass die richtige Information auch zum richtigen Empfänger findet. Themen wie Procure-to-Pay (P2P), Order-to-Cash (O2C), eInvoicing, Supply Chain (SC) Visibility, SC Embedded Analytics oder SC Disruption Management sind erst nach dem On-Boarding an der Reihe. Sonst wäre es als würde man sich über die Farbe seines Autos bereits Gedanken machen bevor man eine Straße fertigt. Aufsetzend auf Trading Grid, bietet OpenText diese und andere Dienste als Managed Services an. Das geht schnell, einfach und sicher. So bleibt Zeit für die wirklich wichtigen Prozesse und Aufgaben im Unternehmen. Dies nutzen bereits Firmen wie ArcelorMittal, CNH und viele andere. In unserem nächsten Insight im Januar beschäftigen wir uns mit Analysen und der Einsichtnahme in die Supply Chain und den Inhalten der genannten Dokumente. Außerdem werfen wir einen Blick auf das Einsparpotential bei der elektronischen Rechnungserstellung. Weitere interessante Themen finden Sie auch auf unseren Webseiten: Forrester Webinar: Ein ERP-Projekt – der ideale Zeitpunkt für eine B2B-Integration! Die Bestellstatus-Mobility App OpenText – strategischer Partner der SAP VUCA – The new normal

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Was wir von Zappos.com über die Lieferkette lernen können

lieferkette

E-Commerce gehört auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu den Erfolgs-Storys. Online Shopping ist für viele eine bequeme Möglichkeit, vor allem Non-Food Produkte einzukaufen. Gemütlich von daheim suchen, stöbern, finden – und kaufen. Eine aktuelle Studie von Statista und EHI hat ermittelt, dass sich die Top-100 des deutschen Onlinehandels 2015 über ein sattes Umsatzplus von 13 Prozent freuen durften. Ähnlich sieht es in Österreich und der Schweiz aus. Der E-Commerce ist damit dem Rest des Einzelhandels in puncto Wachstumsraten weit voraus. Erfolgreiche Online-Versandhändler Der erfolgreichste, weil beliebteste, Online-Versandhändler ist nach wie vor Amazon. Das zeigt, wie eng Beliebtheit und Erfolg im E-Commerce miteinander verknüpft sind. Auch die Otto Group, Nummer Zwei auf der Beliebtheitsskala, spielt ganz vorne mit. Und noch ein Unternehmen ist aus dem Onlinehandel nicht wegzudenken: Zalando. Der Versandriese für Schuhe und Mode will von den enormen Wachstumschancen des E-Commerce profitieren und seinen Umsatz verfünffachen. Ein solches Wachstum braucht auch eine effektive Logistik und eine funktionierende Lieferkette. Als Musterbeispiel der Branche gilt der amerikanische Online-Versandhändler Zappos.com. Tony Hsieh ist der CEO von Zappos.com, einem der größten Online-Schuhhändler in den USA. Der Inhalt seines Bestsellers Delivering Happiness (Englisch) wurde bereits vielfach diskutiert. Für die meisten Leser waren die Erläuterungen zur starken Unternehmenskultur und dem überragenden Kundenservice die Kernaussagen des Buches. Aber wir können von Zappos.com auch eine Menge über das Supply Chain Management lernen. Streckengeschäfte Ursprünglich nutzte Zappos bei möglichst vielen Kunden sogenannte Streckengeschäfte (Englisch). Bei Streckengeschäften liefert der Hersteller direkt an den Kunden, der Händler vermittelt lediglich den Verkauf eines Produktes und leitet die Bestellung weiter. Im Jahr 2003 wickelte Zappos 25% seiner Verkäufe über dieses Modell ab. Tony erklärt: „Streckengeschäfte waren leicht verdientes Geld. Da wir kein Warenlager unterhalten mussten, gab es für diesen Bereich unseres Unternehmens auch kein Lagerhaltungsrisiko oder Cashflow-Probleme. Im Kundenservice-Bereich sah das allerdings ganz anders aus. Die Bestandslisten, die wir von den Lieferanten der Streckengeschäfte bekamen, stimmten bestenfalls zu 95%. Das heißt, wir konnten mindestens 5% der Bestellungen aus dem Streckengeschäft nicht erfüllen. Zudem arbeiteten die Versandabteilungen der verschiedenen Marken bei weitem nicht so schnell und exakt wie unser eigenes Lager WHISKY. Wir hatten daher eine Menge unzufriedene und enttäuschte Kunden.“ Schon während der frühen Dot.com-Ära musste Zappos feststellen, dass die meisten Marken, die sie in ihr Sortiment aufnehmen wollten, für Streckengeschäfte nicht geeignet waren. Die Hersteller hatten die Logistik komplett auf die Belieferung großer Distributionszentren (oder Ladengeschäfte) von Einzelhändlern ausgerichtet. Darüber hinaus waren die beliebteren Schuhmodelle der großen Marken, die Streckengeschäfte abgewickelt hätten, oft ausverkauft. Aufgrund der Vorteile bei der Lagerhaltung und für den Cashflow nutzen viele Einzelhändler im B2C-Onlinehandel nach wie vor Streckengeschäfte. Am Beispiel von Zappos können Sie aber erkennen, dass dieses Vorgehen viele Nachteile im Kundenservice mit sich bringt. Lagerhaltung und Bestandsverwaltung Anfänglich hatte Zappos die Auftragsabwicklung und die Bestandsverwaltung an eLogistics ausgelagert. Das Internet-Unternehmen hatte sich direkt neben dem WorldPort Logistikzentrum von UPS in Kentucky angesiedelt. Durch die Nähe zum UPS-Logistikzentrum konnte eLogistics kürzere Lieferfristen und niedrigere Versandkosten anbieten. Doch je größer Zappos wurde, desto unzufriedener war das Management mit eLogistics. Folgerichtig wurden die Bereiche Lagerhaltung und Versand in die interne Zuständigkeit übernommen. Zappos eröffnete ein eigenes Warenlager und trat damit in direkten Wettbewerb zu eLogistics. Der Logistik-Anbieter musste am Ende schließen. Die Entscheidung erklärt Tony so: „Als E-Commerce-Unternehmen hätten wir die Lagerhaltung eigentlich von Anfang an zu einer unserer Kernkompetenzen machen sollen. Diesen Bereich an einen Drittanbieter auszulagern und darauf zu vertrauen, dass diesem unsere Kunden genauso wichtig sind wie uns, war einer unserer größten Fehler.“ Ein weiterer interessanter Aspekt der Logistik-Prozesse in der Lieferkette von Zappos: Auftragsabwicklung und Lieferzeiten haben oberste Priorität, weit vor klassischen Kennzahlen wie dem Warenumschlag. Tony kommentiert den Sachverhalt so: „Unser Lager arbeitet rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. Das ist wahrscheinlich nicht die effizienteste Art der Lagerhaltung […] aber wir streben ja auch nicht den effektivsten Warenumschlagwert an. Wir wollen das bestmögliche Kundenerlebnis erreichen. Im E-Commerce bedeutet das unter anderem, die Waren so schnell wie möglich an unsere Kunden zu liefern.“ Lieferantenbeziehungen – für eine optimale Lieferkette Der möglicherweise faszinierendste Aspekt der Supply-Chain-Prozesse von Zappos ist das Lieferanten-Programm. Zappos betrachtet seine Lieferantenbeziehungen ganz anders als die meisten Einzelhandelsunternehmen. „Lieferanten werden in unserer Branche in der Regel wie Feinde behandelt. Ein respektloser Umgang, unbeantwortete Anrufe, Wartezeiten trotz fest vereinbarter Termine und die Erwartung, dass sie bei Geschäftsessen selbst bezahlen, sind die Norm. Sie werden angeschrien, beschuldigt und missbraucht […] Alles, um den günstigsten Preis aus ihnen herauszupressen.“ Zappos scheint dagegen verstanden zu haben, was Martin Christopher von der Cranfield University so oft predigt: Nicht Unternehmen konkurrieren, sondern Supply Chains (Englisch). In seinem Buch schreibt der Zappos-Manager dann auch folgerichtig: „Wenn ein Lieferant keine Gewinne macht, kann er auch nicht in Forschung und Entwicklung investieren. Dementsprechend sind seine Produkte auf dem Markt weniger attraktiv für die Konsumenten. In weiterer Folge schadet das auch dem Einzelhändler, weil die Kunden keinen Kaufanreiz haben. Da die Gewinnspanne beider Seiten beschränkt ist, wird versucht zu verhandeln und die Kosten zu senken. Es entsteht eine Abwärtsspirale, an der die meisten Einzelhandelsunternehmen scheitern.“ Kommen Lieferantenvertreter in die Zappos-Zentrale, werden sie mit einem Wagen vom Flughafen abgeholt, erhalten eine Führung durch die Büros und werden stets zum Essen eingeladen. Tony erklärt: „Die Vorteile, die uns durch den Aufbau guter Lieferantenbeziehungen entstanden sind, sind immens […] Wenn die Bestände knapp werden, helfen sie uns, gefragte Produkte aufzutreiben […] Sie arbeiten eng mit unserem Marketing-Team zusammen, damit wir die richtigen Kampagnen an den richtigen Stellen platzieren können.“ Die Philosophie der Zusammenarbeit, die Zappos mit seinen Lieferanten innerhalb seiner Lieferkette pflegt, umfasst auch den B2B-E-Commerce und die Information Supply Chain. Darüber schreibt der Zappos-Manager in seinem Buch: „Im Einzelhandel werden Informationen normalerweise gehortet, geheim gehalten und als Druckmittel gegen die Lieferanten eingesetzt, um mehr aus diesen herauszuholen. Ein Einzelhandelsunternehmen möchte nicht, dass der Lieferant seine geschäftliche Situation kennt – er könnte ja mehr verlangen. Indem wir aber wirkliche Transparenz schaffen, können sie uns unterstützen und selbst von dieser Unterstützung profitieren […] Die Lieferanten sehen Lagerbestände, Verkaufszahlen und Profitabilität. Sie können unserem Einkauf mögliche Bestellungen unterschriftsreif vorbereiten […] Im Endeffekt geben wir ihnen die Schlüssel zu unseren Läden.“ Zugegeben: Ein solches Maß an Vertrauen und Zusammenarbeit in einer Lieferkette sieht man im Einzelhandel selten. Und ich frage mich, warum nicht mehr Supply Chains auf diese Art kooperieren. Hat das Geschäftsmodell von Zappos irgendein Geheimnis, weil sie Lieferanten faire Gewinnspannen und ein hohes Maß an Transparenz bieten – während andere Mode- und Schuh-Versandhäuser damit Probleme haben? Was denken Sie? Diskutieren Sie mit uns! Dieser Text wurde aus dem Englischen übersetzt.

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