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Fakten entstehen aus Analysen

Alternative Fakten sind mittlerweile ein geflügeltes Wort. Während sie für die einen durchaus die Wahrheit darstellen, sind sie für die anderen schlicht und einfach Lügen. Wie kann das sein? Fakten sind doch Fakten. Wenn die Sache wirklich so einfach wäre, dann dürfte es nicht nur in der Politik, sondern auch in der Naturwissenschaft niemals Streit unter den Experten geben. Wenn also selbst in der Physik nicht automatisch unanfechtbare gesicherte Erkenntnisse entstehen, worauf soll und kann man sich dann noch verlassen?

Gewöhnlich verstehen wir Fakten als Tatsachen, also als etwas, das wirklich im Sinne von beglaubigt so und nicht anders passiert ist oder getan wurde. Dazu muss aber erst einmal etwas passiert oder getan worden sein (die ursprünglichen Bedeutungen des lateinischen factum). Zusätzlich aber muss sich eindeutig feststellen lassen, was genau passiert ist oder getan wurde. Das klingt trivial, ist es aber nicht.

Auf die richtigen Fragen kommt es an

Leider liegen Fakten oder Tatsachen nicht einfach wie Dinge herum und sind für jeden unmittelbar erkennbar. Fakten sind eben keine Dinge. Nehmen wir zum Beispiel einen Unfall mit Fahrerflucht ohne Zeugen. Nehmen wir ferner an, dass selbst die oder der Geschädigte nicht genau sagen kann, was passiert ist. Offensichtlich ist also „nur“, dass ein Unfall passiert ist und dass ein Schaden vorliegt. Aber wie genau dieser zustande kam, liegt erst einmal im Dunkeln.

Jetzt kommt es auf die Spurensicherung an. Gibt es Lackreste vom anderen Fahrzeug? Wie war der Aufprallwinkel? Mit welcher Geschwindigkeit muss der Aufprall passiert sein? Etc. Um die Tatsache des Unfalls, zu der eben auch der Hergang gehört, vollständig zu ermitteln, bedarf es freilich der „Dinge“ wie Lackpartikel oder die so und nicht anders verformten Karosserie des Fahrzeugs der geschädigten Partei. Ferner braucht es Informationen wie die Zuordnung eines Lacks zu einem bestimmten Fahrzeugtyp oder die spezifische Fähigkeit einer Stoßstange, Aufprallenergie zu absorbieren. Drittens aber braucht es das nötige Wissen, um erst einmal die richtigen Fragen zu stellen. Denn nur wer weiß, dass und wie sich ein Fahrzeug per Lackreste identifizieren lässt, wird danach an einer Unfallstelle suchen.

Wissen, Fragen, Informationen, Können, Methoden, Dinge – all das ist nötig, um ein Fakt zu etablieren. Mit anderen Worten: Um vermeintliche Tatsachen von den wirklichen zu trennen, benötigen wir Analysen. Dabei kann die IT helfen, wo das Thema Analytics im Zuge der Digitalisierung immer wichtiger wird.

OpenText™ Election Tracker – lag die Presse wirklich so falsch?

Lassen Sie mich die Leistungsfähigkeit heutiger, unserer Analytics anhand eines konkreten Beispiels veranschaulichen. Denn was mich wirklich – also tatsächlich oder faktisch – daran beeindruckt, ist die Möglichkeit, unter anderem die Tonalität von Informationen zu erfassen. Es gilt ja heute praktisch als Fakt, dass die traditionellen Medien mit ihrer Berichterstattung einseitig Hillary Clinton gegenüber Donald Trump bevorzugt hätten. Die wahre Volksstimmung sei hingegen, wenn überhaupt, nur in den sozialen Medien messbar gewesen.

Nun, ich meine, dass sich die Sache vielleicht doch anders verhält. Ich habe mir den Spaß gemacht und unseren Election Tracker, der die Berichterstattung zu Clinton und Trump von über 200 Medien weltweit erfasst und deren Tonalität ermittelt, befragt. Ich habe mir dabei die gemessene Tonalität zu verschiedenen Zeiträumen (gesamte Laufzeit, 90, 60, 30, 15 und 7 Tage) notiert, und zwar zu verschiedenen Terminen (am. 26. Januar sowie am 2. und 13. Februar). Dadurch beinhaltete der Wert des 90-Tage-Durchschnitts die Berichterstattung rund 2 Wochen bzw. 1 Woche vor dem Wahltag sowie kurz danach.

Aber schauen Sie sich die Grafik auf Basis der Werte unseres Election Tracker einmal selbst an. Zwar fällt die Berichterstattung über den Gesamtzeitraum betrachtet zugunsten von Clinton aus. Das entspricht der allgemeinen Erwartung. Interessant ist aber, dass die Berichterstattung zu Trump schon vor der Wahl – und wahrscheinlich deutlicher länger als zwei Wochen – weniger negativ als zu Clinton war. Erst bezogen auf den 15-Tage-Durchschnitt dreht sich dieses Bild wieder und findet zu den Werten des Gesamtdurchschnitts zurück. Der Befund, dass die Medien nur einseitig über Trump bzw. gegen ihn und für Clinton berichtet haben, ist also gar nicht so eindeutig. Die Medien scheinen im Grunde einen sehr guten Job gemacht zu haben.

Fakten entstehen aus Analysen
Fakten entstehen aus Analysen

Schauen Sie sich doch einmal selbst den Election Tracker an. Er ist hier abrufbar und bietet zahlreiche Möglichkeiten zu Interaktionen. Alle Daten und Visualisierungen sind live. Ich freue mich, dass wir Ihnen den Election Tracker im Detail auf unserer Innovation Tour am 28. März 2017 in München vorstellen werden. Dazu darf ich Sie noch einmal ganz herzlich einladen. Digitalisierung braucht Analytics. OpenText hat sie.

Erfahren Sie mehr über unser Analytics-Angebot auf Basis des OpenText™ Information Hub (iHub).

Über Roger Illing

Roger Illing
Roger Illing ist seit Juli 2014 Vice President Enterprise Sales EMEA der OpenText. In dieser Funktion verantwortet er den Vertrieb der strategischen Enterprise Business Unit in Europa. Neben der Gewinnung von Neukunden legt Roger Illing einen besonderen Schwerpunkt seiner Tätigkeit auf die Unterstützung von Bestandskunden bei der Transformation ihrer Geschäftsprozesse und -modelle hin zu vollständig digitalisierten Wertschöpfungsketten.