Digitalisierung: Warum Scheitern profitabler ist, als abwarten

Irren ist digital – und das ist gut so

Irren ist bekanntlich menschlich. Und obwohl wir das Sprichwort oft und gerne zitieren, handeln wir im Geschäftsleben eher selten danach. Wenn es um neue Technologien, Konzepte, Geschäftsprozesse und -modelle geht, kommt uns speziell in den deutschsprachigen Ländern unsere gute alte Ingenieursmentalität in die Quere, der Hang zum Perfektionismus. Das gilt auch für die Digitalisierung. Wir wissen, dass sie kommt, wir wissen, dass wir handeln müssen. Gerne würden wir aber einen verbindlichen 10-Jahresplan in petto haben, in dem sämtliche Folgen bereits abgeschätzt und unter Kontrolle wären.

So haben die Analysten von PAC 2014 in einer Studie ermittelt: „Zwei Drittel der deutschen Unternehmen berichten von sehr deutlichen oder sogar disruptiven Auswirkungen der Digitalisierung. Doch nur wenige Unternehmen haben bislang eine umfassende Strategie formuliert, um den Wandel zu schaffen und für sich zu nutzen.“

Ohne den Wert einer umfassenden Strategie grundsätzlich anzweifeln zu wollen, stellt sich trotzdem die Frage, ob sie unbedingt nötig ist, um mit der Digitalisierung zu beginnen und voranzuschreiten.

Gehen Sie es an: einen Schritt nach dem anderen

Ich möchte hier auf keinen Fall gegen ein überlegtes, vorausschauendes, weniger von Emotionen als von Argumenten geleitetes Vorgehen plädieren. Auch ziehe ich keineswegs das Wissen und den Sachverstand unserer Ingenieure und IT-Experten in Zweifel – ganz im Gegenteil! Die personell gut ausgestatteten und hoch kompetenten IT-Abteilungen in unseren Unternehmen schaffen einen enormen Wettbewerbsvorteil. Wir sind damit in einer Situation, von der viele US-Unternehmen, die nicht aus dem Silicon Valley kommen, oft nur träumen können.

Wofür ich hier werben möchte, ist eine neue Haltung. Warten Sie nicht länger ab. Packen Sie das Thema an, und zwar Schritt für Schritt. Denn die Digitalisierung ist nicht einfach eine neue Technik, die man annehmen kann oder auch nicht. Die Digitalisierung stellt unser Wirtschaften von der Materie auf Daten um. Und wer die Daten hat, kontrolliert in Zukunft die Wertschöpfungsketten und damit auch die etablierten Branchen und Industrien.

Machen wir uns auf den Weg

Unternehmen in den deutschsprachigen Ländern sind prinzipiell für eine Digitalisierung gut aufgestellt. Neben der bereits erwähnten IT-Kompetenz zeichnen sich unsere Volkswirtschaften durch hoch integrierte, vertikale Wertschöpfungsketten aus. Jede Sekunde entstehen darin Massen an Daten, die zu wertvollen, wertschöpfenden Informationen für Unternehmen werden können.

Das bringt uns zur entscheidenden Frage: Liegen sämtliche Daten digital vor und können diese entlang der gesamten Wertschöpfungskette abgerufen und ausgewertet werden? Solange sich diese Frage nicht mit Ja beantworten lässt, liegt der erste Schritt auf der Hand: Sämtliche noch nicht digitalisierten Teile der Wertschöpfungskette müssen unternehmensintern und -übergreifend digitalisiert werden.

Dass dafür auch Cloud-Infrastrukturen unabdinglich sind, dürfte klar sein. Schließlich reden wir hier nicht mehr einfach von Daten, sondern von Informationen, und da reicht EDI schlicht nicht mehr aus. Hinzu kommt: Digitale Wertschöpfungsketten erstrecken sich über den Handel bis hin zum Endkunden. Und da dieser „neue“ Verbraucher ein ungeduldiges und von der Cloud verwöhntes Wesen ist, muss die Informationsauswertung in Echtzeit erfolgen, um seinen Anliegen, Wünschen und Erwartungen gerecht zu werden. Ohne Cloud funktioniert das nicht. Weiterhin in der Warteschleife zu verharren, ist also kontraproduktiv.

Versuchen und irren

Die Digitalisierung von Wertschöpfungsketten ist kein Selbstzweck. Sie dient der Entwicklung von digitalen Geschäftsmodellen. Doch diese müssen zu Beginn der digitalen Transformation noch nicht in Stein gemeißelt sein. Es geht vielmehr darum, mittels Digitalisierung die Voraussetzung für diese neuen Modelle zu schaffen. Erst wenn Sie Ihren Informationsschatz im Griff haben, können Sie davon profitieren. Deshalb lohnt sich ein agiles Vorgehen, bei dem aus Fehlern gelernt wird. Irrtümer sind also durchaus nützlich, zumal digitale Unternehmen so flexibel sind, dass sie Fehler oder Fehleinschätzungen viel schneller als ihre analogen Konkurrenten korrigieren und ändern können. Digitale Geschäftsmodelle sind die weißen Flecken auf der Landkarte von traditionell agierenden Unternehmen und Branchen. Sie lassen sich nicht einfach über Nacht überstülpen, können aber in überschaubaren Schritten erschlossen werden.

Sie sind nicht allein

Auch wenn Ihnen die Methode Versuch und Irrtum nicht ganz geheuer scheint – sie zahlt sich aus. Und Sie sind nicht das einzige Unternehmen, das sich mit der Digitalisierung befassen muss.

Ich möchte Ihnen Mut machen und Sie davon überzeugen, dass unsere Cloud-Technologien und -Infrastrukturen reif für die Digitalisierung sind, dass unser Lösungsangebot reif für diese neue Ära ist. Wir sind bereit, den Weg in die digitale Zukunft gehen. Gehen Sie ihn mit uns gemeinsam.

Dieser Artikel wurde aus dem Englischen übersetzt.

Roger Illing

Roger Illing ist seit Juli 2014 Vice President Enterprise Sales EMEA der OpenText. In dieser Funktion verantwortet er den Vertrieb der strategischen Enterprise Business Unit in Europa. Neben der Gewinnung von Neukunden legt Roger Illing einen besonderen Schwerpunkt seiner Tätigkeit auf die Unterstützung von Bestandskunden bei der Transformation ihrer Geschäftsprozesse und -modelle hin zu vollständig digitalisierten Wertschöpfungsketten.

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