OpenText und BlockEx entwickeln eine Blockchain-basierte Finanzlösung für die Supply Chain

Das weltweit größte Business Network geht eine Partnerschaft mit Blockchain-Innovator ein

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bezeichnet Blockchains als „fälschungssichere, verteilte Datenstrukturen, in denen Transaktionen in der Zeitfolge protokolliert, nachvollziehbar, unveränderlich und ohne zentrale Instanz abgebildet sind“ und führt weiter aus: „…. Die Blockchain-Technologie verspricht vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Allerdings gelten zentrale Fragen der IT-Sicherheit beim Einsatz der Blockchain-Technologie ebenso wie bei anderen Formen der elektronischen Datenverarbeitung.“ Die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft spricht der Blockchain-Technologie das Potenzial zu, ganze Unternehmenslandschaften nachhaltig zu verändern. Viele unterschiedliche Marktteilnehmer, insbesondere aus der Finanzbranche, entwickeln neue Anwendungen, um bestehende Prozesse zu vereinfachen und zu automatisieren.

OpenText ist sich des wachsenden globalen Interesses am Thema Blockchain bewusst. Daher haben wir uns mit BlockEx (in Englisch), einem führenden Anbieter von Blockchain Digital Asset Exchange Services, zusammengetan, um gemeinsam auszuloten, wie globale Lieferketten die Blockchain-Technologie nutzen können.

OpenText betreibt das weltweit größte Business Network (in Englisch). Mehr als 600.000 Unternehmen haben sich unserem Netzwerk angeschlossen, um über 24 Milliarden Transaktionen pro Jahr abzuwickeln. Viele Unternehmen in unserem Business Network suchen nach Anwendungsfällen für Blockchains in ihren jeweiligen Lieferketten. Blockchain, wie auch das Internet der Dinge und das maschinelle Lernen, sind bahnbrechende Technologien, die von den weltweit tätigen CIOs im Rahmen ihrer digitalen Transformationsinitiativen allmählich angenommen werden.

 „BlockEx  begrüßt die Kollaboration mit dem OpenText Business-Network“, sagte Adam Leonard, CEO von BlockEx. „Die Teamarbeit mit OpenText bei der Entwicklung einer Blockchain-basierten Plattform für die Handelsfinanzierung ist wirklich spannend. Durch unsere Partnerschaft haben einige der weltweit größten Lieferketten, die dem OpenText Business-Network angehören, ganz einfachen Zugang zur Blockchain-basierten Handelsfinanzierung.“

Die BlockEx (Digital Asset Exchange Platform) DAxP (in Englisch) ist eine Plattform für die Vergabe, Ausgabe und den Handel von digitalen Vermögenswerten mit Toolkits für Asset Creation Servicing, Trade Settlement, Permissioned Trading und automatisiertes Reporting.

BlockEx arbeitet mit Handelsunternehmen, Institutionen und Behörden zusammen und bietet Managed Services für seine Toolkits sowie maßgeschneiderte Blockchain-Implementierungen und Machbarkeitsstudien.

Viele Finanzinstitute nutzen bereits die BlockEx-Plattform. Die Integration dieser Plattform in das OpenText Business Network wird es jedem mit diesem Netzwerk verbundenen Unternehmen ermöglichen, auf die BlockEx DAxP zuzugreifen.

OpenText und BlockEx werden gemeinsam Tools entwickeln, um bessere Transparenz der End-to-End-Informationsflüsse in der Supply Chain zu ermöglichen und Kreditgeber in den folgenden Bereichen zu unterstützen:

  • Überwachung von Lieferkettenereignissen wie Störungen oder verspätete Zustellung von Lieferungen sowie effektivere
  • Einschätzung des Lieferantenrisikos, um eine faktenbasierte Aushandlung von Sonderrabatten zu ermöglichen.
  • Ermittlung des zeitlichen Ablaufs der Asset-Verpfändung.
  • Unterbreitung eines Angebots zur Finanzierung vorgelagerter
  • Schutz vor betrügerischen Rechnungen

„Durch diese Partnerschaft erhält jedes mit dem OpenText Business-Network vernetzte Unternehmen eine einzigartige und sichere Verwaltungsmethode für die Finanzprozesse der Lieferkettenabläufe“, sagte Marco De Vries, Senior Director Product Marketing, OpenText Business Network. „Blockchain ist eine zukunftsweisende Technologie und wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit BlockEx an dieser Initiative.“

OpenText wird auf lange Sicht mit BlockEx zusammenarbeiten, um weitere Lösungen für die Lieferkette auszuloten, welche die EDI-basierten, über unser globales Netzwerk ausgetauschten Transaktionsströme ergänzen.

Blockchain ist ideal für die Rückverfolgbarkeit von Anwendungsfällen innerhalb der Lieferkette, insbesondere dort, wo Rohstoffe von der Quelle bis zum Zielort verfolgt werden müssen. Die aus dem Finanzdienstleistungssektor stammende Blockchain soll die Art und Weise, wie Unternehmen mit Handelspartnern in einer Lieferkette zusammenarbeiten, verändern.

Was bedeutet Blockchain?

Blockchain ist eine Methode zur Strukturierung von Daten. Jeder Netzwerkteilnehmer kann ein digitales Konto (Ledger) von Transaktionen erstellen und mit den anderen Teilnehmern über ein verteiltes Netzwerk von Computern teilen. Mit Hilfe der Public/Private-Key-Kryptographie (eine Methode der sicheren Kommunikation) können Netzwerkteilnehmer Daten in das Online-Ledger einfügen, ohne dass eine zentrale Behörde zur Authentifizierung oder Verwaltung von Benutzern und Daten erforderlich ist.

Benutzer können zusätzliche Daten an das Ende des Blockchain-Ledgers in einem so genannten Block anhängen. Es ist äußerst schwierig, Daten aus dem Ledger zu verändern oder zu entfernen, wenn sie einmal in einen Block kodiert wurden.

Wenn Daten auf diese Weise hinzugefügt werden, validieren die Netzwerkteilnehmer (die alle Kopien der Blockkette besitzen) die neuen Daten über eine Reihe automatisierter Computerprozesse. Wenn die Mehrheit der Netzwerkteilnehmer die neuen Daten erfolgreich gegen die Blockchain-Historie validiert, werden die neu hinzugefügten Daten genehmigt und der neue Block an die Kette angehängt. Dieser Prozess bildet einen sogenannten „Konsensmechanismus“.

Obwohl in den meisten Anwendungsfällen der Begriff Blockchain verwendet wird, um ein öffentlich verteiltes Ledger mit einem verteilten Konsensmechanismus zu bezeichnen, ist dies nicht bei allen Blockchain-Technologien der Fall. Es gibt eine Reihe von Verteilungsoptionen und Konsensmechanismen, die vom jeweiligen Anwendungsfall abhängen. Das am weitesten bekannte Beispiel heißt Bitcoin.

Bitcoin ist öffentlich und erlaubnisfrei, da jeder die Informationen des Blockchain-Ledgers einsehen kann. Jeder kann mit dem Netzwerk interagieren und gültige Transaktionen in das Ledger einfügen. Es gibt auch zugelassene Blockchains. In diesen Systemen besteht das Netzwerk nur aus bekannten oder zugelassenen Teilnehmern. Dies kann in einigen Fällen wünschenswert sein, in denen Benutzer authentifiziert und/oder verifiziert werden müssen.

Im Zusammenhang mit digitalen Assets bietet die Blockchain-Technologie ein leistungsstarkes Buchhaltungssystem, mit dem der Besitz von Assets nachverfolgt werden kann. Da eine Blockchain unveränderbar ist, bietet sie sich für die Ausgabe von digitalen Assets an, da sie Daten schnell und sicher prüfen und die Eigentumsverhältnisse verfolgen kann.

Gerade diese Möglichkeit der detaillierten Verfolgung von Eigentumsverhältnissen ermöglicht es Unternehmen, andere nützliche Aktivitäten wie die Automatisierung von Unternehmensmaßnahmen durchzuführen. Bei Anleihen kann es sich beispielsweise um die Automatisierung von Coupon-Zahlungen oder die Übertragung von Stimmrechten handeln. Tatsächlich kann die Blockchain die eigentliche Abstimmung selbst erleichtern.

Blockchain in der Lieferkette

Die Globalisierung vieler Industriezweige in den letzten Jahren, insbesondere in den aufstrebenden Märkten Ostasiens, hat dazu geführt, dass viele Lieferketten geografisch verstreut sind. Für Kreditgeber wird es immer schwieriger, eine durchgängige Transparenz der Finanztransaktionen im Zusammenhang mit globalen Sendungen zu erreichen.

Größere Einkaufsorganisationen reagieren viel sensibler auf die inhärenten Risiken und die Widerstandsfähigkeit ihrer Supply Chains, zumal auch wichtige Komponenten von Drittanbietern bezogen werden.

Für den CEO, der sich auf profitables Wachstum konzentriert, ist die Steuerung des Umlaufvermögens zu einer Schlüsselgröße geworden, an der sich viele Unternehmen messen lassen. Das Umlaufvermögen ist der Betrag der täglichen operativen Liquidität, der einem Unternehmen zur Verfügung steht.

Supply Chain Finance, auch bekannt als Supplier Finance oder Reverse Factoring, trägt dazu bei, den Cashflow zu optimieren. Unternehmen können ihre Zahlungsziele an die Lieferantengröße anpassen, z.B. können kleine und mittelgroße Lieferanten frühzeitig bezahlt werden. Dies bedeutet, dass der Einkäufer die Möglichkeit hat, das Umlaufvermögen zu optimieren und der Lieferant einen zusätzlichen operativen Cashflow generiert. Dadurch wird das Risiko über die gesamte Lieferkette hinweg minimiert.

Supply Chain Finance ist ein interessanter Anwendungsfall für Blockchain: Die Orchestrierung von Transaktionen zwischen Käufern, Lieferanten und Kreditgebern sowie anderen Unternehmen, wie z.B. Logistikunternehmen von Drittanbietern, die mit dem Transport von Gütern über die gesamte Lieferkette hinweg befasst sind, können so effektiv gesteuert werden.

Eine Blockchain könnte in diesem Fall Details der Waren speichern, die über die Supply Chain versandt werden: die Details des Kreditgebers über die finanzielle Vereinbarung in Bezug auf diese bestimmte Sendung und alle anderen Informationen des Lieferanten oder Spediteurs, die ebenfalls in den Block geschrieben werden müssen.

Die verteilte und sichere Vorgehensweise bei der Blockchain ist ideal für das Management des End-to-End Supply-Chain-Finanzierungsprozesses. Jeder Teilnehmer, der an der Warenbewegung entlang der Lieferkette beteiligt ist, kann einen Block mit Informationen anhängen.

Und was noch wichtiger ist: die Blockchain bringt ein neues Maß an Transparenz in die Supply-Chain-Prozesse, die Kreditgeber bisher typischerweise nur schwer erreichen konnten – dies insbesondere bei Sendungen, die über mehrere Ländergrenzen hinweg transportiert werden.

Wir sind überzeugt, dass diese Technologie die bestehenden B2B-Infrastrukturen ergänzen und ein neues Maß an Transparenz und Nachvollziehbarkeit in den heutigen globalen Lieferketten schaffen wird. In zukünftigen Blogposts werden wir dazu Anwendungsbeispiele beschreiben.

Mark Morley

Mark ist Direktor Strategisches Produkt-Marketing für OpenText Business Network. Er leitet das Produkt-Marketing für B2B Managed Services und sorgt dafür, dass regionale wie branchenspezifische Entwicklungen in die Gesamtproduktstrategie einfließen. Mark beschäftigt sich zudem mit neuen, umwälzenden Technologien und deren Auswirkungen auf zukünftige Lieferketten. Er hat mehr als 23 Jahre Branchenerfahrung im Bereich spezialisierte Fertigung.

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