Wie man Legacy-Anwendungen außer Betrieb nimmt

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Stilllegung von Anwendungen

Wussten Sie, dass sehr viele Daten in Unternehmens-Datenbanken nicht mehr aktiv genutzt werden? Dies kann zur Folge haben, dass Ihre IT-Systeme überlastet und weniger performant sind. Außerdem müssen Sie möglicherweise für die Datenhaltung in den Legacy-Anwendungen in neue Hardware investieren. Hinzu kommt noch ein höherer administrativer Aufwand. Es gibt also viele gute Gründe für die Stilllegung von Legacy-Applikationen. Ich zeige Ihnen in diesem Blogpost, wie Sie diese Herausforderung mit OpenText™ InfoFusion Integration Center bewältigen können.

Es klingt verlockend, durch die Stilllegung von Legacy-Anwendungen Kosten und Unternehmensressourcen einzusparen. Aber wie einfach ist es, dies tatsächlich durchzuführen? Wird die Außerbetriebnahme von Altsystemen eine Menge komplizierter manueller Arbeit verursachen? Gibt es Tools, die bei dem Projekt helfen können?

Die letztgenannte Frage hat eine ganz offensichtliche Antwort. Ja, es gibt Dutzende von Extrahierungs-, Transformations- und Ladetools (ETL), die bei der Stilllegung von Legacy-Anwendungen helfen können. Als Mitglied der OpenText-Familie habe ich mich gefragt, welche Möglichkeiten wir „in-house“ haben. Daher dieser Blogpost, mit dem ich testen werde, wie OpenText™ InfoFusion Integration Center (OTIC) (in Englisch) genutzt werden kann, um die Stilllegung veralteter HR-Anwendungen an OpenText™ InfoArchive (IA) (in Englisch) zu automatisieren.

Ein Beispiel aus der Praxis

Meine Beispielapplikation für das Personalwesen läuft auf einer MySQL-Datenbank und enthält Hunderttausende von Datensätzen. Der vereinfachte Stilllegungsplan würde die folgenden 4 Schritte umfassen:

  • Datenmodell extrahieren
  • Anwendungsdaten extrahieren
  • Daten aufnehmen
  • InfoArchiv-Suchformulare für die Anwendung konfigurieren

Schritt 1: Datenmodell extrahieren

Bevor Sie die Daten der Legacy-Anwendung in InfoArchive einlesen können, müssen Sie eine Metadaten-Datei erstellen. Diese muss das Schema, die Tabellen, Spalten und Datentypen beschreiben, die in der Legacy-Anwendung verwendet werden. Die Informationen helfen IA, die Legacy-Daten z.B. bei der Aufnahme zu überprüfen und den Entwicklern bei der Konfiguration der Suchformulare.

Sie sollten die Erstellung der Datei metadata.xml immer automatisieren. Denken Sie daran, dass es zahlreiche Iterationen des Anwendungsexports geben wird. Das Letzte, was Sie tun wollen, ist, lange XML-Dateien von Hand zu schreiben und zu bearbeiten. Glücklicherweise enthalten alle heutigen Datenbanken einige Systemtabellen, welche die anwendungsspezifischen Tabellen und Spalten beschreiben.

Wir beginnen daher im InfoFusion Integration Center mit der Erstellung einer Tabelle, welche die Tabelle INFORMATION_SCHEMA.TABLES in MySQL abbildet. Damit haben wir nun eine Liste aller Tabellen, die zu unserer Anwendung gehören.

Analog zum obigen Beispiel kann für INFORMATION_SCHEMA.COLUMNS eine weitere Tabelle definiert werden. Die Column-Ansicht liefert uns Spaltennamen und Datentypen für die Definition der IA-Metadaten.

Wir werden ein metadata.xml-Dokument erstellen. Also lassen Sie uns eine vorhandene Beispieldatei oder eine Schemadatei verwenden, um ein XML-Dokumentobjekt in OTIC zu konfigurieren. Dies hilft beim Mappen der Schematabellen und -spalten auf die XML-Zieldatei. Sobald Sie die Datei importieren, wird das XML-Dokument-Objekt sie automatisch analysieren, die XML-Strukturansicht erstellen und alle Elemente auflisten.

Die Datenmodell-Tabellen und das XML-Dokument reichen aus, um die Datei metadata.xml für die alte HR-Anwendung zu erstellen. Wie können Sie dies in OTIC tun? OTIC verwendet sogenannte Module, um ein Skript zu „konfigurieren“, das die Quelldaten auf das Ergebnisformat abbildet.

Anmerkung: Ich konnte nicht widerstehen, das Wort „konfigurieren“ im vorigen Satz zu verwenden, da es am besten ausdrückt, wie der Modul Script Editor Sie durch die Skripterstellung führt. Anstatt (noch eine) Programmier- oder Skriptsprache zu erlernen, brauchen Sie nur mit der rechten Maustaste zu klicken und Datenverarbeitungsbefehle aus dem Kontextmenü auszuwählen. Dialogfelder werden Sie bei der Eingabe von Befehlsparametern unterstützen, so dass Sie sicher sein können, dass Ihr Skript sofort funktioniert. Verstehen Sie jetzt, warum ich es „Konfiguration“ nenne?

Sie können weitere Module in Ihrem Hauptmodul kapseln, um die Lesbarkeit zu verbessern und die Wiederverwendbarkeit zu ermöglichen. Ich habe ein „column type mapping“-Modul erstellt, um MySQL-Datentypen auf IA-unterstützte Datentypen abzubilden.

Nachdem Sie das Modul „Konfiguration“ abgeschlossen haben, können Sie es direkt aus dem Modul-Editor starten oder zur geplanten Ausführung an die Plattform InfoFusion Integration Center übergeben. Unser erster Schritt (und wahrscheinlich der anspruchsvollste) in der Stilllegung der Anwendung ist erfolgreich abgeschlossen.

Schritt 2: Extrahieren der Daten

Das Datenmodell ist erstellt und nun ist es ziemlich einfach, ein Tabellenobjekt zu generieren, das auf einer vorhandenen Tabelle in der darunterliegenden Legacy-Datenbankanwendung basiert. Wie im obigen Metadaten-Schritt müssen wir ein XML-Schema definieren, welches das Ziel-Exportformat beschreibt. Wenn Sie Quelle und Ziel haben, können Sie mit der Konfiguration eines Moduls beginnen, das die Quelltabelle liest und sie dem XML-Zielformat zuordnet. Mit wenigen Klicks haben Sie Ihre XML-Daten im gewünschten Format extrahiert. Wiederholen Sie die gleiche Schrittfolge für alle übrigen Tabellen der Legacy-Anwendung.

Schritt 3: Daten aus Legacy-Anwendungen einlesen

Die Konfiguration von Aufnahme und InfoArchive (IA) unterscheidet sich nicht von dem, was Sie mit beliebigen Quelldaten machen würden. Dies schließt die Daten ein, die von den sofort einsatzbereiten IA-Konnektoren generiert werden. Alles, was Sie tun müssen, um die Daten aufzunehmen, ist, einen Hauptanwendungsordner zu erstellen und die Datei metadata.xml zusammen mit allen XML-Datendateien in einen Unterordner namens „tables“ zu legen. Dann starten Sie einfach das IA-Skript, um die Anwendung und ihre Daten in InfoArchive einzuspielen. Schritt 3 ist schnell abgeschlossen und Ihre Legacy-Anwendungsdaten werden jetzt sicher in OpenText InfoArchive gespeichert.

Schritt 4 – Konfigurieren von InfoArchive-Suchformularen

Ihre Business-User benötigen Zugriff auf die Daten in InfoArchive (Wenn sie diese nicht benötigen, warum sollten sie die App dann überhaupt stilllegen?) Also lassen Sie uns ein paar Suchmasken in IA für sie konfigurieren. IA-Formulare können einfach mit dem Suchformular-Designer erstellt werden. Spezifizieren Sie Ihre Suchfelder und listen Sie Ihre Suchergebnisspalten auf, damit Ihre User wieder eine Sicht auf ihre Daten haben.

Da wir mehrere Tabellen archiviert haben, müssen wir die so genannten „verschachtelten Suchen“ konfigurieren, damit die IA-Benutzer die zugrundeliegenden Daten und ihre Beziehungen bequem durchsuchen können. Mit den konfigurierten Hauptsuchformularen ist Ihre Mission abgeschlossen.

Zusammenfassung

Es war recht einfach, OpenText InfoFusion als ETL-Tool für die Stilllegung von Anwendungen zu nutzen. Schon dieses erste OTIC-Projekt schuf eine Menge wiederverwendbarer Assets (wie das Datentyp-Mapping-Modul), die Stilllegungsprojekte in Zukunft vereinfachen würden. Ein späteres Stilllegungsprojekt wäre einfacher durchzuführen, da viele der ETL-Module wiederverwendet werden könnten.

Es bedarf nur vier einfacher Schritte, um eine alte HR-Anwendung außer Betrieb zu nehmen. Jetzt, da wir die Anwendungsdaten in InfoArchive haben, können wir die alte HR-Anwendung schließen, die VMs entfernen, den Platz im Rechenzentrum freimachen und uns darauf konzentrieren, die neuen Anforderungen aus den Fachabteilungen zu lösen und uns wichtigen Aufgaben widmen.

Dieser Artikel ist eine Übersetzung aus dem Englischen.

 

Jan Vala

Jan Vala ist ein altgedienter Experte der ECM-Branche und lebt in Prag. Selbst nach so vielen Jahren in der Branche lernt er immer wieder Neues. Folgen Sie seinen Blogposts und erfahren sie mehr.

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