Low Code Development schließt die Lücke zwischen Business und IT

Wer erinnert sich noch an die aufgeregte Diskussion um die Bedeutung von Business Analysten? Als die Unternehmens-IT spätestens nach der großen Finanzkrise vor zehn Jahren in Rechtfertigungszwang kam und ihren Nutzen dem Management und den Anwendern gegenüber nachweisen musste, wurde auf einmal klar, wie tief der Kommunikationsgraben zwischen den IT-Experten und den Fachanwendern wirklich war. Beide argumentierten in für den jeweils anderen unverständlichen Sprachen und konnten sich nicht verständlich machen, selbst wenn sie dasselbe meinten.

Damals kam die Idee auf, eine neue Art Experten zu schaffen, die besagten Business Analysten. Sie sollten sozusagen zweisprachig sein und zwischen beiden Parteien vermitteln. Doch schon bald wurde es um sie wieder ruhiger. Das Problem, sich gegenseitig verständlich zu machen, blieb freilich bestehen. Und der Bedarf an zweisprachigem „IT&Business-Personal“ ebenso – Tendenz steigend. Grund ist auch hier die Digitalisierung, die eine immer engere Abstimmung zwischen dem Geschäft und der IT erforderlich macht.

Was damals fehlte und heute nötiger denn je ist, um dieser Rolle zum Durchbruch zu verhelfen, war und ist eine gemeinsame Plattform. Das Konzept Low Code Development und entsprechende Plattformen können diese Lücke füllen und das Business mit der IT verzahnen.

Low Code Development: Gigantische Anforderungen an geeignete Plattformen

Plattformen für Low Code Development müssen das schier Unmögliche möglich machen: Kundenanforderungen ändern sich ständig und so schnell wie nie zuvor. Die Fachanwender brauchen also ständig neue oder weiterentwickelte Anwendungen. Entsprechend schnell und flexibel muss die Anwendungsentwicklung werden.

Da darf es zu keinen Missverständnissen kommen. Geeignete Plattformen müssen deshalb nicht nur den Entwicklern, sondern auch den Fachanwendern die Möglichkeit geben, damit zu arbeiten. Im Idealfall können Fachanwender selbst die benötigten Funktions- und Informationsbausteine zu system- und anwendungsunabhängigen Prozessketten zusammenfügen, die von der Plattform in ausführbaren Code übersetzt werden.

Die Zahl der Applikationen – ob unternehmensintern oder -extern – steigt ständig. Ebenso die Zahl der Informationsspeicher und -quellen sowie deren Volumen. Gleichzeitig führt der steigende Bedarf an Business Analysten und Low-Code-Entwicklern zu einer wachsenden Konkurrenz um das geeignete Personal. Um die Produktivität der immer begehrteren Fachkräfte zu maximieren, müssen geeignete Plattformen einen möglichst hohen Automatisierungsgrad aufweisen. Nur wenn alle diese Bedingungen erfüllt werden, sind die Investitionen in eine Plattform für Low Code Development gerechtfertigt.

Es geht um den Geschäftsfall, nicht den Programm-Code

Eine leistungsfähige Plattform für Low Code Development (in Englisch) macht den Programm-Code für die Fachanwender unsichtbar. Das ist eine unabdingbare Voraussetzung dafür, dass sich Business und IT verstehen. Beide Seiten können in einer gemeinsamen Sitzung zum Beispiel einen neuen Workflow für Kreditanträge besprechen, der dann von einer perfekt darauf abgestimmten, aber noch zu erstellenden Anwendung unterstützt werden soll.

Ausgangspunkt ist also das Geschäftsobjekt Kreditantrag. Der Fachanwender definiert die Eigenschaften des Objekts wie zum Beispiel Datum der Antragstellung, Fristen und Zuständigkeiten. Darüber hinaus beschreibt er seinen Kollegen aus der IT, welchen Weg der Kreditantrag durch die Organisation nimmt, wo die zugehörigen Dokumente abgelegt werden, ob sie per E-Mail verschickt werden und welche Möglichkeiten zur Interaktion dem Antragsteller in einer mobilen Anwendungsversion zur Verfügung stehen sollen.

Der Low Code Developer stellt dabei die dafür nötigen Funktionsbausteine wie „E-Mail-Versand“, „Business Workspace“, „Audit“ oder „Mobile App“ zusammen. Im Regelfall ist der Programm-Code inklusive Schnittstellen für alle benötigten Bausteine bereits vorhanden oder müssen nur Teile davon entwickelt werden. All das spart Zeit sowie Kosten und vermeidet Missverständnisse.

OpenText™ nennt diese Art von Geschäftsobjekten Entitäten, die sich von den traditionellen Objekten dadurch unterscheiden, dass die Low-Code-Entwickler nicht zu einem bestimmten funktionalen Ansatz gezwungen werden. Es handelt sich hier um ein höheres Abstraktionsniveau, das die Entwickler aus der Enge der System- und Applikationsgrenzen befreit und ihnen ermöglicht, die gesamte IT-Landschaft in den Blick zu nehmen. Die Fachanwender wiederum können ihre eigene Prozesssprache verwenden, ohne dass die einzelnen Schritte eines Informationsflusses oder eines Workflows erst in Funktionen dieser oder jener Anwendung übersetzt werden müssen.

Mit AppWorks™, seiner Plattform für Low Code Development, stellt sich OpenText der Herausforderung, das Versprechen einer gemeinsamen Sprache und engen Zusammenarbeit von Business und IT einzulösen.

 

Henning Bruestle

Henning ist seit Juli 2017 Vice President Enterprise Sales Germany und verantwortet in dieser Funktion den Vertrieb der Enterprise Business Unit in Deutschland. Mit seinem Team unterstützt Henning Unternehmen bei der Gestaltung ihrer digitalen Strategie und begleitet sie durch den gesamten Transformationsprozess. Seine Karriere begann Henning bei Novell. Bevor er im November 2014 zu OpenText wechselte, war er bei der Software AG weltweit für den indirekten Vertrieb zuständig.

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