Zehn Dinge, die die Welt bewegen: Automatisierung

Das von Intel-Mitbegründer Gordon Moore formulierte Mooresche Gesetz stößt an seine Grenzen“ und „Die langfristige Hoffnung ruht auf dem Quantencomputer“, schreibt Franz Graser im Dezember 2017 in der Elektronikpraxis. Die Informatikprofessorin Margaret Martonosi von der Universität Princeton glaubt, dass eine Maschine mit 50 bis 100 Qubits in einem oder zwei Jahren verfügbar sein könne.

Nach dem Mooreschen Gesetz, basierend auf erhöhter Erschwinglichkeit und größerem Zugang, wird die Rechenleistung exponentiell ansteigen. Würden wir die Entwicklung der Computertechnologie auf einer Zeitachse betrachten, könnten wir sehen, dass dies bereits geschieht.

Schreitet die Rechenleistung weiterhin so schnell voran, könnten die Computer ihre eigene Evolution programmieren und superintelligent werden (Technologische Singularität). Dann wären sie jenseits unserer Intelligenz und unserer Kontrolle.

Es ist nicht zu leugnen, dass die Automatisierung bereits jetzt das Umfeld für die Erwerbstätigen umgestaltet. In den nächsten 20 Jahren wird die Automatisierung bis zu 47 Prozent aller Arbeitsplätze in den USA (in Englisch) ersetzen. In Deutschland wird die Zukunft vermutlich ähnlich aussehen. Obwohl es sich meist um banale oder sich wiederholende Aufgaben handelt, könnten auch andere Berufe wie Kreditsachbearbeiter, Rezeptionisten, Rechtsanwaltsfachangestellter, Chauffeur, Wachpersonal, Köche und Barkeeper automatisiert werden.

Im besten Fall wird die Automatisierung die Arbeit ergänzen. Die Menschen werden glücklich mit ihren neuen Kollegen, den Cobots (Collaborative Robot), zusammenarbeiten. Dadurch werden neue Arbeitsplätze geschaffen. Eine Studie in Großbritannien zeigte (in Englisch), dass diejenigen Technologien, die 800.000 Arbeitsplätze ersetzten, auch 3,5 Millionen neue (höher bezahlte) Arbeitsplätze schufen.

In den USA werden bis 2020 schätzungsweise 50 Prozent der Häuser automatisiert sein (in Englisch). Dies wird die Nachfrage nach Automatisierung auf der Makroebene erhöhen und Erwartungen wecken: Unsere Arbeitsplätze und Städte sollten genauso automatisiert, vernetzt und intelligent sein, wie unsere Häuser.

Durch künstliche Intelligenz (KI) angetriebene Netze geben unseren Häusern ein Gehirn oder ein Nervensystem, um alle angeschlossenen und automatisierten Geräte zu unterstützen. Mit künstlichem Verstand werden sie unsere Gegenwart spüren, unsere Gewohnheiten lernen und sich entsprechend selbst regulieren.

Mehr Automatisierung durch Quantencomputing

Innerhalb der nächsten 20 Jahre werden KI-gesteuerte Computer so leistungsfähig sein, dass sie unser Gehirn nachahmen können. Dies wird durch Quantencomputing ermöglicht.

Y2K war das Jahr des Millennium Bug: ein Problem, das durch computergesteuerte Systeme verursacht wurde. Es wurde Chaos in vielen Computersystemen erwartet, weil diese das Jahr 2000 übergingen. Y2Q beschreibt das „Year to Quantum“, in dem Quantencomputing zur Mainstream-Plattform wird.

Anstelle des klassischen Bits verwenden Quantencomputer Quantenbits, eine Einheit von Quanteninformationen. Quantumcomputing gibt Programmierern die Möglichkeit, Probleme in Sekundenschnelle zu lösen, die normalerweise mehrere Jahre der (aktuellen) Verarbeitung erfordern würden. Es wird erwartet, dass Quantumcomputing die Bereiche KI, Cloud Security, Verteidigung, Finanzdienstleistungen, Logistik und Medizin deutlich voranbringen wird.

Der Grover-Algorithmus basiert auf Quantencomputing und ist ein Suchalgorithmus, der schneller arbeitet als jeder klassische Algorithmus. Wo ein klassischer Algorithmus auf die Suche nach einer Million Möglichkeiten beschränkt ist, nutzt Grovers Algorithmus diese Millionen Operationen, um Hunderte von Milliarden von Möglichkeiten zu durchsuchen. Stellen Sie sich vor, Sie könnten auf eine allgemein erhältliche Cyber-Verschlüsselung zugreifen. Damit können Sie Ihre Haustür entriegeln, sich an Ihrem Computer einloggen oder sich in Sekundenschnelle automatisch bei Ihrem Bankkonto anmelden. Quantumcomputing wird dies ermöglichen.

Wenn Robotik, Analytik und KI mit Quantencomputing kombiniert werden, wird dies die Grenzen der hochgradigen Automatisierung sprengen. Die Technologie wird sich weiterentwickeln und immer raffinierter. Dann werden wir neue und innovative Wege finden, um alle Aspekte unseres Lebens mittels Automatisierung zu verändern. Die künstliche Intelligenz wird für den nächsten Schritt in dieser Transformation entscheidend sein.

Dieser Artikel wurde aus dem Englischen übersetzt.

Mark Barrenechea

Mark J. Barrenechea, Chief Executive Officer und Chief Technology Officer von OpenText, ist ein anerkannter und branchenerfahrener Vordenker im Bereich Informationstechnologien. Er hat das erklärte Ziel, Organisationen bei ihrer Transformation zum digitalen Unternehmen zu unterstützen.

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