Zehn Dinge, die die Welt bewegen: Ein IQ von 1.000

Sind Sie ein Superhirn? Wenn Sie schon immer wissen wollten, wie schlau Sie sind und wo Ihre Stärken und Schwächen liegen, können sie einen IQ-Test nutzen. „Doch solch ein Test kann nur bestimmte Fähigkeiten untersuchen, etwa logisches Denken oder räumliches Vorstellungsvermögen. Andere Aspekte der geistigen Leistungsfähigkeit entziehen sich dagegen einem standardisierten Untersuchungsverfahren“, kann man bei Mensa nachlesen.

In diesem weltweiten Netzwerk für Hochbegabte sind 133.000 Mitglieder aus allen Alters- und Bevölkerungsgruppen erfasst. Hierzu muss man ein besseres Ergebnis erzielen, als 98% der Bevölkerung es erreichen würden. In Deutschland entspricht dies mindestens einem IQ von 130. Und nun stellen Sie sich Menschen mit einem IQ von 1.000 vor …

Die Vorstellung eines superintelligenten Wesens ist seit vielen Jahren die Quelle von Spekulation und Unterhaltung. Denken Sie an moderne Super-Intellektuelle wie Sherlock Holmes, die chemisch veränderte Lucy und den KI-verstärkten Iron Man (alias Tony Stark).

Obwohl wir diese fiktiven Intelligenzniveaus vielleicht nicht erreicht haben, zeigt der Flynn-Effekt, dass die IQ-Werte seit 1930 um durchschnittlich drei Punkte pro Jahrzehnt gestiegen sind.

Ich muss mich nur an meinen Karrierebeginn erinnern, um diesen Effekt zu erkennen. Ich bewarb mich für meinen ersten Job als Entwickler, nur mit dem ausgerüstet, was ich an der Universität gelernt habe. Und ich hatte die Bereitschaft, meinen Horizont zu erweitern. Drei Jahrzehnte (und neun IQ-Punkte) später, bewerben sich die Entwickler heutzutage mit Apps, die sie bereits erstellt haben und Abonnentenzahlen von über 100.000. Jede Generation beginnt weiter hinten auf der IQ-Kurve. Diese Beschleunigung wird durch die Verfügbarkeit von Computern verstärkt, die Zugang zu Informationen und Technologien (in Englisch) bieten.

Wenn sich diese natürliche Progression mit der Geschwindigkeit fortsetzt, die der Flynn-Effekt beschreibt, könnte der durchschnittliche Mensch in zwei Jahrhunderten so intelligent sein wie Stephen Hawkins oder Albert Einstein (mit einem IQ von 160). In drei Jahrhunderten könnte der durchschnittliche IQ mit dem von Isaac Newton (geschätzte 190) konkurrieren.

Technologien – seien es computergestützte Lern- (CAL) oder künstliche Intelligenz (KI) Systeme, die in unseren Körper eingebettet sind – werden die natürliche IQ-Kurve dramatisch beschleunigen. Die Menschen werden in wenigen Jahrzehnten statt in Jahrhunderten so schlau sein wie Hawkins und Einstein.

Bald könnten wir alle so intelligent wie Einstein sein.

Biogenetisches Engineering kann auch ein Mittel sein, um unseren IQ grundlegend zu erhöhen und den Weg für super-intelligente Wesen zu ebnen. Ob mit Maschinen (z.B. CAL- und KI-Systeme) oder durch Bio-Engineering: der Mensch kann früher oder später einen IQ von 1.000 haben.

Wenn Superintelligenz Realität wird, kann sich auch die menschliche Erfahrung verändern. Wird es mit einem Wissenspool, der tiefer als das Internet und den Rechenleistungen des Quantencomputings liegt, Grenzen geben, wozu unser Verstand fähig ist? Wird Allmacht ein Nebenprodukt der Allwissenheit sein und uns erlauben, die Geheimnisse des Universums zu entschlüsseln? Oder werden wir eine ultimative Lektion in Sachen Selbstüberschätzung erhalten?

Und was werden die Auswirkungen der Superintelligenz auf die Gesellschaft sein? Stellen Sie sich vor, dass nur wenige (z.B. die Reichen und Mächtigen) Zugang zu IQ-verstärkenden Technologien und Prozessen haben. Wird dann Super-Intelligenz dazu dienen, die immer größer werdende digitale Kluft eher zu vergrößern? Oder helfen, diese zu überbrücken?

Wir können an dieser Stelle nur spekulieren.  Ich glaube jedoch, dass die Auswirkungen positiv sein werden. Hohe IQs werden nicht die einzige Determinante für Erfolg sein. Vielleicht werden IQs von 1.000 uns dazu befähigen Vieles zu erreichen: Beispielsweise das Erkennen und Verhindern des globalen Klimawandels. Mehr dazu in meinem nächsten Blogpost in dieser Serie.

Dieser Artikel wurde aus dem Englischen übersetzt.

Mark Barrenechea

Mark J. Barrenechea, Chief Executive Officer und Chief Technology Officer von OpenText, ist ein anerkannter und branchenerfahrener Vordenker im Bereich Informationstechnologien. Er hat das erklärte Ziel, Organisationen bei ihrer Transformation zum digitalen Unternehmen zu unterstützen.

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